Bauverzögerung

Tauentzien bleibt auch Weihnachten Baustelle

Eigentlich sollte die Baustelle an der Tauentzienstraße bereits im Dezember 2010 abgeschlossen werden. Doch Planungsfehler verhinderten das. Auch dieses Jahr sieht es schlecht aus für das Weihnachtsgeschäft in diesem Teil der Berliner City West.

Foto: Amin Akhtar

Eigentlich sollten die Bauarbeiten schon zum Weihnachtsgeschäft 2010 abgeschlossen sein. Jetzt müssen die Geschäftsleute an der Tauentzienstraße auch noch um das Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr fürchten, denn die Bauarbeiten werden erst sehr viel später fertig.

Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU) kündigte an, dass die Bauarbeiten im Abschnitt von Wittenbergplatz bis zur Marburger Straße noch bis zum Frühjahr 2013 dauern werden. Die Einkaufsmeile, die mit stündlich mehr als 7500 Besuchern zu den meistfrequentierten Shopping-Adressen Deutschlands zählt, ist bereits seit September 2009 Dauerbaustelle. „Die betroffenen Geschäfte wie beispielsweise Saturn oder Niketown beklagen aufgrund der Bauarbeiten Umsatzeinbußen von rund 30 Prozent“, so Gottfried Kupsch von der AG City. Die Arbeiten hatten sich zunächst um etwa ein Jahr verzögert, weil die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) erst während der Sanierung der U-Bahn-Tunnel, die unter dem Mittelstreifen des Tauentzien verlaufen, festgestellt hatte, dass die Schäden weit umfänglicher waren, als zunächst gedacht. Inzwischen ist jedoch zumindest der Tunnel vom Wittenbergplatz bis vor dem KaDeWe fertig saniert, die Bauarbeiter haben den Abschnitt inzwischen verlassen.

Zu der erneuten Verzögerung sei es gekommen, weil der Granit aus China, mit denen der Platz gepflastert werden soll, noch nicht ankommen sei, teilte Baustadtrat Gröhler mit. Geplant sei, den Mittelstreifen mit den neuen Beeten vor dem KaDeWe – also von Wittenbergplatz bis Passauer Straße – bis zum Weihnachtsgeschäft fertig zu stellen. Im Frühjahr 2012 soll es dann bis zur Nürnberger Straße weitergehen. „Damit die Passanten überhaupt auf die andere Straßenseite gelangen können, fordern wir mindestens zwei weitere Querungen über die Tauentzienstraße“, so Kupsch. Von der BVG gebe es nur vage Zusagen.

Auch die Industrie- und Handelskammer Berlin hat die erneute Verlängerung der Bauzeit am Tauentzien scharf kritisiert. Der IHK-Vertreter Christian Wiesenhütter forderte am Mittwoch eine bessere Koordinierung von Baumaßnahmen. „Ursache für die erneute Bauzeitverlängerung sind Planungsfehler im Bezirk und die schlechte Abstimmung zwischen Senat, Bezirk und BVG, die nun die Geschäftsleute an der beliebtesten Einkaufsstraße Berlins ausbaden müssen“, so Wiesenhütter. Durch diese Verzögerung würden auch der gesamte Berlin-Tourismus und das Image der Hauptstadt leiden. Künftig dürften Straßen erst dann aufgerissen werden, wenn feststehe, was genau gebaut werden solle, fordert die IHK.