Die Kennzeichen Ihrer Einsatzfahrzeuge, die in langen Kolonnen durch die Stadt rollen, verraten es. Aachen, München, Köln, Potsdam - es ist wieder 1. Mai in Berlin. Wieder einmal kommen Sie aus dem Rheinland, aus Bayern oder Brandenburg, um Ihre Kollegen in der Hauptstadt zu unterstützen. Und um das fast Unmögliche zu versuchen: das Krawall-Ritual zu durchbrechen. Schwere Verletzungen müssen Sie im Einsatz gegen Randalierer in Kauf nehmen. Das ist leider auch in diesem Jahr wieder so - trotz der vom Polizeipräsidenten ausgerufenen "Strategie der ausgestreckten Hand". Schon in der Walpurgisnacht wurden 29 ihrer Kollegen verletzt, als sie mit Steinen, Flaschen und Leuchtraketen attackiert wurden. Viele von Ihnen tragen lediglich Uniform und keine Schutzkleidung, weil mögliche Gewalttäter nicht zusätzlich provoziert werden sollen. Dass Sie trotz kluger Deeskalationsstrategie heimtückisch angegriffen werden, dass wieder Autos brennen, zeigt, wie dumpf und unpolitisch die Mai-Krawalle sind. Es geht um die pure Lust an der Zerstörung - und Sie setzen ihre körperliche Unversehrtheit aufs Spiel, um das Schlimmste zu verhindern. Dafür gebührt Ihnen Achtung und Dank.