Bundespräsident Wulff

"Auch für Glaeseker gilt die Unschuldsvermutung"

Der Bundespräsident will eingebüßtes Vertrauen zurückgewinnen. Wulff äußerte sich auch zum Fall Glaeseker und ließ keinen Zweifel daran, dass er nicht an Rücktritt denkt.

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Bundespräsident Christian Wulff hat angesichts der Vorwürfe gegen seinen früheren Sprecher Olaf Glaeseker vor einer Vorverurteilung gewarnt.

„Auch für Glaeseker gilt die Unschuldsvermutung. Das ist eine zivilisatorische Errungenschaft“, sagte Wulff in Berlin. Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen Wulffs früheren Vertrauten im Zusammenhang mit der Lobbyveranstaltung „Nord-Süd-Dialog“ wegen des Verdachts der Bestechlichkeit.

Keine Rücktrittsgedanken

Wulff sagte bei einer Veranstaltung der Wochenzeitung „Die Zeit“, der Vorwurf, dass das Land Niedersachsen das privat organisierte Wirtschaftstreffen finanziell gefördert habe, müsse aufgeklärt werden. Wulff selbst ließ keinen Zweifel daran, dass er nicht an Rücktritt denkt.

Das Amt des Bundespräsidenten sei unglaublich interessant, sagte er. Wulff räumte aber ein, Vertrauen eingebüßt zu haben. Seine Aufgabe bestehe nun darin, Vertrauen zurückzugewinnen.

Seit fast sieben Wochen steht der Bundespräsident in der Kritik wegen eines günstigen Privatkredits, diverser kostenloser Urlaubsreisen und seines Umgangs mit den Medien. Inzwischen haben Ermittlungen gegen Glaeseker das Staatsoberhaupt weiter in Bedrängnis gebracht.

Der Termin für das „Zeit“-Matinee im Berliner Ensemble war schon vor Monaten vereinbart worden – die Kredit- und Medienaffäre des Bundespräsidenten gab es damals noch nicht. Das Thema der Veranstaltung heißt „Typisch Deutsch? Über die Deutschen, ihre Identität und ihre Rolle in Europa“.