Linken-Führung

Wagenknecht will Doppelspitze Lafontaine-Gysi zurück

Früher war alles besser: Die stellvertretende Linken-Vorsitzende wünscht sich, dass die früheren Parteichefs spätestens zur Bundestagswahl 2013 wieder die Zügel übernehmen.

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Die Linke sollte nach Ansicht ihrer stellvertretenden Bundesvorsitzenden Sahra Wagenknecht von Oskar Lafontaine und Gregor Gysi gemeinsam in den nächsten Bundestagswahlkampf geführt werden. Ein derartiges Spitzenduo aus dem ehemaligen Parteichef Lafontaine und dem jetzigen Linken-Fraktionschef Gysi werde von der „übergroßen Mehrheit“ der Linken gewünscht, sagte Wagenknecht in einem Interview mit der „Leipziger Volkszeitung“.

Lafontaine stehe für den größten Wahlerfolg, den die Linke je erreicht habe. „Wir müssen unser Personal so aufstellen, dass die Linke gestärkt und nicht geschwächt in den nächsten Bundestag kommt.“ Lafontaine hatte sich Anfang vergangenen Jahres wegen einer Krebserkrankung vom Parteivorsitz zurückgezogen. Er ist derzeit Linken-Fraktionschef im Saarland.

Wagenknecht kritisiert "Vielstimmigkeit" der Linken

Zugleich nahm Wagenknecht das derzeitige Führungsduo, Klaus Ernst und Gesine Lötzsch, in Schutz: „Dieser Führung wurde wirklich vom ersten Tag an, auch aus den eigenen Reihen, das Leben verdammt schwer gemacht. Beide wurden immer wieder aus den eigenen Reihen heraus demontiert. Wäre Angela Merkel das aus der CDU heraus passiert, wäre die schon längst weg als Vorsitzende“, sagte Wagenknecht .

Das Problem der Linken sei, das sie zu vielstimmig geworden seien. Wagenknecht, die selbst als Anwärterin auf die nächste Parteiführung gilt , sagte, die nächste Führungsdiskussion müsse es erst vor der nächsten Wahl im Juni 2012 geben. „Dann wird es natürlich auch die Möglichkeit geben für andere Kandidaturen.“

Wagenknecht ist insbesondere als langjährige Wortführerin der „Kommunistischen Plattform“ in Teilen der Linken in die Kritik geraten. Sie saß von 2004 bis 2009 im Europaparlament, seither gehört sie dem Bundestag an. Seit Mai 2010 ist sie stellvertretende Parteivorsitzende der Linken.

"Von einer geschlossenen Partei sind wir himmelweit entfernt"

Auch Ernst beklagte die Zerrissenheit seiner Partei. Vor dem Landesparteitag der hessischen Linken in Wetzlar sagte er: „Von einer geschlossenen Partei sind wir himmelweit entfernt.“ Es gebe permanente Querelen. Außerdem habe die Linke nicht immer die richtigen Themen, fügte Ernst mit Blick auf Debatten über Antisemitismus und Mauerbau hinzu.

„Selbstverständlich wurden Fehler gemacht, auch von der Führung“, gestand der Parteichef ein. Die Linke präsentiere sich, „als würde die Firma Müller-Milch im Fernsehen auftreten und sagen: Unsere Milch ist sauer“. Die Partei müsse „aufhören mit diesem Unfug“.