Bundestagswahl

Wahlkreis Berlin-Reinickendorf - Stimmzettel & Kandidaten

Bundestagswahl 2013: Hier finden Sie den interaktiven Stimmzettel des Wahlkreises 77 Reinickendorf mit allen Kandidaten und Abgeordneten im Überblick.

Foto: dpa

Der Nordberliner Wahlkreis Reinickendorf ist fest in der Hand von CDU und SPD. Die Sozialdemokraten mit Detlef Dzembritzki gewannen 1998, 2002 und zuletzt 2005 das Direktmandat. Die CDU holte 1990 mit Gabriele Wiechatzek den Wahlkreis mit 54,4 Prozent der Stimmen, bei den darauf folgenden Wahlen gab es für die Gewinner immerhin noch 42,5 und knapp 48 Prozent Zustimmung der Wähler.

Seit 2009 ist CDU-Kandidat Frank Steffel Direktkandidat in Reinickendorf. Der damals stellvertretende Vorsitzende der CDU-Abgeordnetenhausfraktion erzielte mit 39 Prozent das bundesweit beste Großstadtergebnis der CDU/CSU. Sein Gegner Jörg Stroedter von der SPD erhielt nur 27,4 Prozent der Erststimmen, gefolgt von Anke Petters (Grüne, 10,7 Prozent) und Mieke Senftleben (FDP, 10,6 Prozent).

Letztere tritt auch bei diesen Bundestagswahlen wieder für die FDP an. Vor zehn Jahren holte sie mal 18 Prozent für ihre Partei, dieses Jahr wird es schwer für die Lehrerin und Mutter von vier Kindern werden. Schon zum dritten Mal kandidiert sie für den Bundestag, bisher blieb ihr der Einzug immer verwehrt, einen Platz auf der männerdominierten FDP-Landesliste hat sie nicht bekommen. Im Bezirk sind generell nur 18,2 Prozent der Direktkandidaten Frauen.

Die besten Chancen auf das Direktmandat hat wieder die CDU

Die besten Aussichten auf das Mandat hat wieder Frank Steffel von der CDU. Der 47-Jährige ist Kreisvorsitzender der Bezirks-CDU, Vorsitzender der Reinickendorfer Füchse und Unternehmer in der Heimtextilbranche. Auf der CDU-Landesliste zur Bundestagswahl steht er auf Rang vier.

Ebenfalls Unternehmer und Kreisvorsitzender in Reinickendorf ist Gegenkandidat Jörg Stroedter von der SPD. Anders als Steffel wurde der 59-Jährige aber nicht auf die Landesliste gesetzt und wird wohl höchstwahrscheinlich nicht in den Bundestag einziehen.

Von 247.887 Einwohnern im Wahlkreis Reinickendorf sind 183.112 Menschen (73,9 Prozent) wahlberechtigt. Der Bezirk ist äußerst heterogen. In den nördlichen Stadtteilen Frohnau und Hermsdorf ist der gehobene Mittelstand zu Hause, mit Themen zu Steuern und Bildung lässt sich hier Wahlkampf machen.

Wohlstand im Norden von Reinickendorf, Armut im Westen und Osten

Die Kieze zwischen Kurt-Schumacher-Platz und Residenzstraße sind jedoch von Armut, Arbeitslosigkeit und Kriminalität geprägt.

Für alle ein wichtiges Wahlkampfthema ist der Flughafen Tegel. Die einen fordern eine schnelle Schließung, andere möchten den Wirtschaftsstandort gern behalten. Auch die Kandidaten sind sich bei diesem Thema uneins. SPD-Mann Stroedter ist für eine Schließung und ein sofortiges Nachtflugverbot; Christdemokrat Steffel lässt auch Argumente für eine Weiternutzung zu.

>>>> Hier finden Sie weitere Infos sowie den interaktiven Stimmzettel zum Wahlkreis Berlin-Reinickendorf.

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.