Türkische Vergeltung

Parlament ebnet Weg für Bodentruppen in Syrien

Die Türkei hat erneut Ziele in Syrien beschossen. Nun darf die Armee in das Nachbarland einrücken - ohne weiteren Parlamentsbeschluss.

Foto: AP / dapd

Als Reaktion auf einen tödlichen Granatenangriff hat das türkische Parlament grünes Licht für mögliche Militäreinsätze im Nachbarland Syrien gegeben. Gegen Stimmen aus der Opposition billigten die Abgeordneten mehrheitlich einen Antrag der Regierung, der für ein Jahr Einsätze auch über die Grenze hinweg erlaubt, berichteten türkische Medien am Donnerstag.

Die Armee darf nun mit Bodentruppen und Kampfflugzeugen gegen syrische Ziele vorgehen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu. Die Angriffe könnten jederzeit durchgeführt werden, wenn es die Regierung für notwendig erachte.

Das Gesetz sei keine Kriegserklärung an Syrien, betonte der stellvertretende türkische Ministerpräsident. Die Türkei griff zwar auch am Donnerstag wieder Ziele in Syrien an, will aber nach Angaben eines ranghohen Erdogan-Beraters keinen Krieg mit dem Nachbarland beginnen. Doch Beobachter fürchten, dass sich der blutige Konflikt durch ein Eingreifen der Regierung in Ankara noch ausweiten könnte.

Bei einem syrischen Granatenangriff das türkische Grenzdorf Akcakale waren am Mittwoch fünf Menschen getötet worden. Bei türkischen Angriffen auf syrische Ziele starben nach Informationen des arabischen Nachrichtensenders Al-Dschasira insgesamt 34 Menschen. Der Sender berief sich auf syrische Quellen.