Weitere Vergeltung

Türkei wappnet sich für Militäreinsätze in Syrien

Das türkische Militär hat seine Vergeltungsangriffe fortgesetzt - von der Türkei aus. Das Parlament berät nun über Einsätze in Syrien.

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Die türkische Regierung sieht die Sicherheit des eigenen Landes durch syrische Regierungstruppen bedroht und will vom Parlament die Zustimmung zum Militäreinsatz auf syrischem Gebiet. Per Gesetz sollen die Möglichkeiten der Armee erweitert werden. Auf Grundlage dieses Gesetzes bekämpft die türkische Armee bisher bereits im Nordirak die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK.

Der führende Regierungsberater Ibrahim Kalin betonte aber am Donnerstag per Twitter, Ministerpräsident Tayyip Erdogan habe kein Interesse an einem Krieg mit Syrien. Er treibe diplomatische Initiativen weiter voran. „Aber die Türkei ist in der Lage, ihre Grenzen zu schützen und wenn nötig zurückzuschlagen“, erklärte Kalin. Der Beschuss syrischer Ziele sei als Warnung an das Regime von Präsident Baschar Assad zu sehen.

Vergeltungsangriffe fortgesetzt

Nach dem tödlichen Granatangriff auf ein türkisches Grenzdorf hat die Türkei am Donnerstag weitere Ziele in Syrien beschossen. Die türkische Artillerie habe am Morgen Gebiete bei Tell Abjad unter Feuer genommen, berichteten syrische Aktivisten und türkische Medien.

Am Vorabend sind nach Angaben der syrischen Opposition mindestens fünf syrische Soldaten getötet worden, als die Türkei auf syrische Stellungen gefeuert habe. Wenige Stunden zuvor hatten Granaten aus Syrien die türkische Ortschaft Akcakale getroffen. Eine Frau und ihre vier Kinder wurden getötet.

Die Türkei gehört der Nato an. Das Militärbündnis hatte sich in einer auf Wunsch der Türkei einberufenen Dringlichkeitssitzung klar hinter den Bündnispartner gestellt.