Russland

Medwedjew fordert harte Strafen für U-Boot-Brand

Beim Brand eines Atom-U-Boots bei Murmansk wurden mindestens neun Menschen verletzt. Angeblich ist keine Radioaktivität ausgetreten – die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Bei Löscharbeiten an einem brennenden russischen Atom-U-Boot auf einem Werksgelände nahe Murmansk haben mindestens neun Menschen eine Rauchvergiftung erlitten. Mehr als 100 Feuerwehrleute brauchten fast einen Tag, um den Brand an Bord der „Jekaterinburg“ zu löschen.

Das Feuer war am Donnerstag bei Reparaturarbeiten im Trockendock knapp 1500 Kilometer nördlich von Moskau ausgebrochen. Kremlchef Dmitri Medwedjew ordnete eine Untersuchung an.

Offiziellen Angaben zufolge trat keine Radioaktivität aus, das der Reaktor stillgelegt gewesen sei. An Bord hätten sich keine Atomwaffen befunden. Da die Strahlenwerte im Normbereich liegen würden, so die Zivilschutzbehörde, bestehe für die Bevölkerung keine Gefahr. Die Schuldigen müssten streng bestraft werden, forderte Präsident Medwedjew. Die Militärstaatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein.

Die Reparatur des mit Interkontinentalraketen bestückbaren U-Bootes werde mehrere Monate dauern, kündigte der für Verteidigung zuständige Vize-Regierungschef Dmitri Rogosin an. Ein Mitarbeiter der Untersuchungskommission sagte der Agentur Interfax, das Kriegsschiff werde möglicherweise ganz aus dem Bestand der Marine genommen.

"Es besteht keine Gefahr"

Nach Darstellung der Behörden hatte Holz auf dem Werksgelände von Rosljakowo Feuer gefangen, das dann auf die äußere Hülle des Atom-U-Boots übergegriffen hatte. Die Hülle aus schalldichtem Gummi, die das U-Boot schwerer zu orten macht, könne in einer trockenen Umgebung in Brand geraten, hieß es.

„Es besteht keine Gefahr, dass sich die Flammen durch die Hülle fressen und auf die Ausrüstung übergreifen“, sagte ein Marinesprecher. Das Fernsehen zeigte Bilder von riesigen Rauchschwaden, die zum Himmel aufstiegen.

Das U-Boot ist nach Angaben russischer Medien 167 Meter lang und 12 Meter breit. Die „Jekaterinburg“ gehöre zur sogenannten zweiten Generation der sowjetischen Atom-U-Boote, zum Projekt 667-BDRM „Delfin“ (Nato-Code: „Delta-IV“) und lief 1984 vom Stapel. Insgesamt sind sieben Schiffe dieses Typs im Dienst.