Russland

Crew-Mitglieder noch immer an Bord des U-Boots

An Bord des russischen Atom-U-Boots "Jekaterinburg" ist am Donnerstag ein Feuer ausgebrochen. Die Löscharbeiten dauern an, Radioaktivität ist nicht ausgetreten, hieß es. Noch immer befinden sich Besatzungsmitglieder im Innern des U-Boots, teilten die Streitkräfte mit.

Foto: AFP

An Bord eines brennenden Atom-U-Boots der russischen Marine befinden sich nach Militär-Angaben noch mehrere Besatzungsmitglieder. Sieben weitere seien wegen Rauchvergiftungen in Krankenhäuser gebracht worden, erklärten die Streitkräfte am Freitag in Moskau.

Das Feuer an Bord der „Jekaterinburg“ brach am Donnerstag aus, während das Schiff in einer Werft in der Region Murmansk in einem Trockendock lag. Die Flammen schlugen bis zu zehn Meter hoch. Die Löscharbeiten dauerten am Freitag noch an, offene Brandherde gebe es aber nicht mehr, sagte ein Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums der Agentur Interfax. Bei den Löscharbeiten wurden auch Helikopter eingesetzt.

Offiziellen Angaben zufolge trat keine Radioaktivität aus, die Strahlenwerte waren im Normbereich. Atomwaffen befanden sich demnach nicht an Bord. Die zwei Reaktoren des Schiffes waren stillgelegt, wie es hieß. Es bestehe keine Gefahr für die Bevölkerung, teilten die Behörden mit.

Das Feuer habe sich von einem Holzgerüst auf den Rumpf des Schiffes ausgebreitet, erklärte das Verteidigungsministerium. Der Schaden an dem mit Interkontinentalraketen bestückbaren U-Boot sei so groß, so dass unklar sei, wie lange die Reparatur dauere.

Das U-Boot ist nach Angaben russischer Medien 167 Meter lang und 12 Meter breit. Die „Jekaterinburg“ gehöre zur sogenannten zweiten Generation der sowjetischen Atom-U-Boote, zum Projekt 667-BDRM „Delfin“ (Nato-Code: „Delta-IV“) und lief 1984 vom Stapel.

Das schwerste Unglück eines russischen Atom-U-Bootes ereignete sich im August 2000, als es während eines Manövers in der Barentsee zu einer Explosion an Bord des U-Boots Kursk kam. Die 118 Besatzungsmitglieder kamen ums Leben.