Katastrophen-Technik

Pannen-Atom-Rakete wird an Russlands Armee geliefert

Sieben Fehlstarts hatte das russische Atomraketen-Programm "Bulawa" hingelegt. 2012 soll die U-Boot-gestützte Waffe in den Truppeneinsatz gehen.

Nach einer Pannenserie will Russland 2012 die mit Atomsprengköpfen bestückbare Interkontinentalrakete Bulawa endlich in Dienst stellen. Die letzten Tests seien alle erfolgreich gewesen, teilte das Verteidigungsministerium nach Angaben der Agentur Interfax in Moskau mit.

Kremlchef Dmitri Medwedjew lobte: „Unsere Industrie hat nachgewiesen, dass sie neue moderne und hocheffektive Arten strategischer Waffen entwickeln kann.“ Die U-Boot-gestützte Bulawa (NATO-Code: SS-N-30) hat eine Reichweite von bis zu 8000 Kilometern und kann angeblich jedes derzeit verfügbare Abwehrsystem überwinden.

Das Bulawa-Programm war nach sieben Fehlstarts in die Kritik geraten. Bereits Ende 2010 hatte das Verteidigungsministerium angekündigt, die Rakete an die Truppen auszuliefern. Allerdings wartete die Armee dann doch noch zwei weitere Tests ab. Bis 2015 will Russland zudem mindestens fünf Atom-U-Boote der Juri-Dolgoruki-Klasse ausliefern, die dann mit Bulawa ausgerüstet werden sollen.

Die Armee schoss unterdessen zu Testzwecken eine Rakete vom Typ RS-18 (SS-19 „Stiletto“) ab, deren Betriebsdauer verlängert wurde. Die vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan aus abgeschossene Rakete sei wie geplant auf der Pazifik-Halbinsel Kamtschatka eingeschlagen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums.