Hinter den Kulissen im politischen Berlin soll es zu einer hitzigen Auseinandersetzung zwischen Friedrich Merz und Manuela Schwesig gekommen sein. Nach ihrem Wahlsieg in Mecklenburg-Vorpommern wurde Schwesig bei einem Treffen mit den Ministerpräsidenten im Kanzleramt von mehreren Teilnehmern beglückwünscht, berichtet der „Spiegel“. Der Bundeskanzler hingegen habe Schwesig heftig angegangen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Merz soll ihr vorgeworfen haben, sie habe zwar „Die Frau gegen Blau“ auf ihre Plakate geschrieben, aber gegen ihn und nicht die AfD Wahlkampf gemacht. „Sie haben die demokratische Mitte zerstört“, soll Merz ihr vorgeworfen haben, heißt es in dem Bericht unter Berufung auf Teilnehmer des Treffens. Das Bundeskanzleramt wollte sich zu den Inhalten des Gesprächs nicht äußern.

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Schwesig kontert Merz: „Unverschämt“

Schwesig soll Merz allerdings Paroli geboten haben. Sie finde es „unverschämt“, wie er sie angehe, soll sie gesagt haben. Wenn der Kanzler Gesprächsbedarf habe, könne er gern einen Termin mit ihr ausmachen. Dann habe sie sich umgedreht und den Kanzler stehen gelassen. Im Nachgang sagte Schwesig dem Magazin über die Konfrontation: „Das ist kein sachlicher Umgang miteinander. Das lasse ich mir nicht bieten, weder als Ministerpräsidentin noch als Frau.“

Schwesig hatte die Reformpolitik der schwarz-roten Bundesregierung im Wahlkampf immer wieder deutlich kritisiert. Auch bei der Ministerpräsidentenkonferenz im Juni sei sie über geplante Kürzungen für alleinerziehende Mütter mit Merz aneinandergeraten, berichtet der Spiegel weiter.

Schwesigs Einfluss auf SPD wächst

Die Ministerpräsidentin gilt als eine der letzten in der SPD, die wirklich einen Draht zu den Menschen hat und ihre Probleme versteht. Im Wahlkampf ließ sie nicht locker, einen Tankrabatt gegen die hohen Spritpreise zu fordern, sie war auf den Werften unterwegs, setzte sich für Arbeitsplätze und Investitionen ein. Bei der Rente ging sie auf Distanz zur Koalition und ihrer eigenen Parteiführung. Sie fordert weiterhin, dass die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren beibehalten werde.

Vor der Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern - SPD
Manuela Schwesig macht als „Frau gegen Blau“ gegen die AfD mobil.© Jens Büttner/dpa | Jens Büttner

Bei der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern landete die SPD mit 35,5 Prozent auf Platz zwei hinter der AfD, die 38,2 Prozent der Stimmen holte. Schwesig wird damit voraussichtlich Ministerpräsidentin bleiben und künftig mit einer rot-rot-grünen Koalition regieren.

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In der CDU wächst unterdessen der Unmut über Schwesig. Das Verhältnis zwischen den Koalitionspartnern gilt ohnehin als angespannt. Schwesigs verbale Angriffe auf den Kanzler und die Reformpolitik könnten die Koalition weiter belasten und die Zustimmung der SPD zu Kürzungen gefährden.

lro