Die Mädchengesundheit hat sich im Zeitraum von 2000-2023 in 178 von 192 untersuchten Ländern verbessert. Dies zeigt der Weltmädchenindex, der am Donnerstag erstmals vorgestellt wird und von Plan International Deutschland und der Ruhr-Universität Bochum entwickelt wurde. Betrachtet wurden rund 971 Millionen Mädchen im Alter zwischen fünf und 19 Jahren. „Der Index macht wissenschaftlich fundiert sichtbar, was wir nicht wussten“, erklärt Petra Berner, Vorstandsvorsitzende von Plan im Gespräch mit der Redaktion. „Er führt viele Einzeldaten erstmals zu einem globalen Gesamtbild zusammen.“

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Die Sterblichkeit von Mädchen hat sich im betrachteten Zeitraum weltweit mehr als halbiert. Im Jahr 2000 starb weltweit im Durchschnitt noch fast jedes 800. Mädchen. 2023 war es durchschnittlich noch jedes 1.700. Mädchen. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit für Mädchen, ein Kind zu bekommen, in den vergangenen 23 Jahren um ein Drittel gesunken.

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Jede Stunde sterben fast fünf Mädchen infolge von Schwangerschaft oder Geburt

Besonders stark hat sich die Mädchengesundheit im regionalen Durchschnitt in Sub-Sahara Afrika und Südasien verbessert. Dennoch wachsen weniger als zehn Prozent der Mädchen in Ländern mit sehr hoher Mädchengesundheit auf. Dazu zählen etwa Australien oder die meisten europäischen Länder. Fast jedes dritte Mädchen lebt dagegen in den Ländern mit niedrigen oder sehr niedrigen Gesundheitswerten, die überwiegend in Afrika liegen – im Jahr 2000 war das jedoch noch fast die Hälfte.

Außerdem zeigt sich: Jede Stunde sterben durchschnittlich fast fünf Mädchen infolge von Schwangerschaft oder Geburt. „Gerade für sehr junge Mädchen sind Schwangerschaften und Geburten mit erheblichen gesundheitlichen Risiken verbunden. Zugleich greifen körperliche und soziale Faktoren ineinander: Krisen und Konflikte verschärfen bestehende Risiken, etwa durch sexualisierte Gewalt oder den eingeschränkten Zugang zu Gesundheitsversorgung“, fasst Berner zusammen. Laut Index wächst seit der Coronapandemie etwa die gesundheitliche Ungleichheit zwischen Ländern wieder.

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„Der Index zeigt, dass Investitionen wirken“

Der Index soll langfristige Entwicklungen sichtbar machen. Akute humanitäre Notlagen kann er nicht tagesaktuell abbilden. Außerdem fehlen noch ausreichend differenzierte Daten. Er zeige aber bereits jetzt, dass Investitionen wirken, so Berner. „Die Politik sollte das als klares Signal verstehen. Investitionen in Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe dürfen deshalb nicht gekürzt werden. Denn Fortschritte sind eben auch umkehrbar. Jetzt müssen wir über zusätzliche politische und programmatische Hebel sprechen.“ Laut Berner brauche es insbesondere erreichbare und gut ausgestattete Gesundheitseinrichtungen, sowie Zugang zu Information und Bildung.

Der Weltmädchenindex zur Mädchengesundheit bündelt fünf Indikatoren: die Sterblichkeit von Mädchen, adoleszente Fertilität, Müttersterblichkeit, Anämie sowie sexuell übertragbare Infektionen. Für 2028 sind die vollständigen Ergebnisse geplant. Dann sollen neben Gesundheit auch die Bereiche Bildung, Schutz sowie Chancen und Teilhabe abgebildet werden.