Brennende Schulen, vermummte Schüler, vermöbelte Lehrer: Wieder einmal gehen dramatische Bilder von der französischen Protestkultur um die Welt. Selbst die Franzosen, die in Sachen revolutionäre Umtriebe einiges gewohnt sind, verstehen nicht: Wie können unbescholtene Teenager auf einmal Geschäfte plündern, Polizisten jagen, Feuerwehrwagen anzünden? Warum fackeln sie Bildungsstätten ab, wenn sie zugleich mehr Mittel für die Sanierung von Schulen verlangen?

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Immer lauter wird der Ruf, die Schüler oder ihre Eltern müssten zur Rechenschaft gezogen werden und für die Millionenschäden aufkommen. Dass diese Debatte gerade jetzt läuft, ist kein Zufall. Frankreich ist finanziell in einer bedenklichen Situation. Hoffnungslos überschuldet, sollte die Nation ihre seit einem halben Jahrhundert angehäuften Haushaltsdefizite abbauen. Die Regierung in Paris muss sparen. Sie hat kein Geld mehr in der Kasse, um sich den sozialen Frieden zu erkaufen, wie es früher in solchen Fällen üblich war. Doch die Mittelschüler geben keine Ruhe; angestachelt vom linken Volkstribun Jean-Luc Mélenchon, verlangen sie mehr Lehrer, kleinere Klassen und sanierte Schulen. Das kostet Milliarden.

Frankreich blickt in düstere Zukunft

Es ist zu befürchten, dass die gewaltsamen Proteste weitergehen. Frankreich blickt in eine düstere Zukunft. Selbst die kommenden Präsidentschaftswahlen, die wie jeder Urnengang einen Neuanfang ermöglichen sollen, drohen in ein Chaos zu münden, wenn die Rechte mit Marine Le Pen in den Elysée einziehen sollte. Die Antifa bereitet sich bereits auf diesen Fall vor. Für sie sind die aktuellen Schülerproteste nur ein Probelauf.