Mit Spannung wird bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September darauf geachtet, wie die kleinen Parteien abschneiden, die nach AfD, CDU und Linke folgen. Sowohl SPD als auch die Grünen sind nicht weit entfernt von der Fünf-Prozent-Hürde, BSW und FDP liegen laut Umfragen darunter. Sollten die SPD oder die Grünen aus dem Parlament fliegen, könnte die AfD die absolute Mehrheit der Mandate erringen. Die Internet-Kampagne „Taktisch Wählen“, gesteuert von der Berliner Agentur Goodforces, will das verhindern.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Auf einer Website wird den 1,7 Millionen Wahlberechtigten eine Empfehlung entweder für SPD oder Grüne als Zweitstimme gegeben, wenn sie ihre Postleitzahl dort eingeben. Es sei wichtig, „die eigene Lieblingspartei für einen Moment hintenanzustellen“, um eine demokratische Mehrheit im Landtag zu sichern, sagt die Initiative.
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„Unsere Website wurde inzwischen über 250.000-mal aufgerufen, und über 100.000-mal wurde eine Empfehlung über unser Tool eingeholt“, sagte Initiativensprecher Ole Horn unserer Redaktion. Die Kampagne werde auch von Ehrenamtlichen getragen. Man habe in den vergangenen Wochen an mehr als 30.000 Haustüren geklingelt.
Selbst bei der SPD herrscht Skepsis
Bei den Parteien stößt die Kampagne überwiegend auf Ablehnung. Die Initiative stelle sich als „überparteilich“ dar, obwohl ihre Stoßrichtung zugunsten von Grünen und SPD ist. An beide Parteien soll die Agentur Goodfathers auch Spenden gezahlt haben. „Das ist ein demokratiepolitischer Skandal“, meinte AfD-Chefin Alice Weidel. Die CDU äußerte sich auf Anfrage nicht.
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Die Liberalen wurden in den Kreis der Wahlempfehlungen nicht aufgenommen, weil sie chancenlos seien, die fünf Prozent zu schaffen, sagt die Kampagne. Beim BSW bemängelt sie die Nähe zur AfD. Als „falsch und bewusst irreführend“ bezeichnet Lydia Hüskens, FDP-Spitzenkandidatin, die Kampagne. Sie sei ein massiver Eingriff in den Wahlkampf. Wahlentscheidungen dürften nicht durch Angst, Verhinderungslogik und Bevormundung zustande kommen.
Die Linken hielten nichts davon, „eine Stimme nicht der Partei zu geben, deren Inhalte den Wähler überzeugen“. Selbst bei der SPD herrscht Zurückhaltung: „Dass die Initiative in Sachsen-Anhalt mit der Zweitstimme zur Wahl von SPD oder Grünen aufruft, nehmen wir zur Kenntnis. Wir selbst werben um beide Stimmen für die SPD“, sagt SPD-Pressesprecher René Wölfer.
Allein die Grünen finden „Taktisch Wählen“ gut: Man begrüße das Engagement und teile die Botschaft: „Wenn SPD und Grüne wieder in den Landtag einziehen, kann die AfD nicht allein regieren. Die Zweitstimmen sind dafür entscheidend“, sagt Grünen-Sprecher Steffen Regis.








