- Vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ruft ein CDU-Politiker zur Wahl der AfD auf.
- Bernd Prange spendete an die Rechtsaußen-Pratei eine hohe Summe.
- Wie er den Schritt rechtfertigt.
Zweieinhalb Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt stellt sich ein CDU-Politiker offen hinter die AfD: Der Kommunalpolitiker Bernd Prange aus Stendal hat laut eigenen Angaben 10.000 Euro an die AfD gespendet. Zusätzlich verfasste der Bürgermeister von Altmärkische Höhe einen offenen Brandbrief, in dem er angibt, am 6. September die AfD wählen zu wollen und hofft, dass viele Konservative dasselbe tun. Das Geld soll er in zwei Tranchen von jeweils 5000 Euro überwiesen haben. Prange bestätigte der „Volksstimme“, den Brief verfasst zu haben. Auch der Eingang der Zahlungen wurde vom AfD-Landesverband bestätigt. Der Brief des CDU-Politikers kursiert derweil im Wortlaut auf der Plattform X.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Die zentrale Kritik Pranges an der eigenen Partei ist die Wahrnehmung einer Annäherung nach links, während man die Brandmauer immer höher ziehe. Die CDU würde, aufgrund ihrer Ablehnung gegenüber einer Zusammenarbeit mit der AfD, eine Kooperation mit „linken und linksradikalen Kräften“ forcieren. Der 59-Jährige wünsche der AfD eine absolute Mehrheit, „damit die CDU endlich aufwacht“. Außerdem fordert er die Absetzung des Bundeskanzlers Friedrich Merz, denn er sei ein Symbol der Führung, „die den konservativen Kern der Union preisgibt“. Auch für den CDU‑Spitzenkandidaten für Sachsen-Anhalt, Sven Schulze, findet Prange klare Worte: „Wer die Brandmauer zur AfD verteidigt, während er gleichzeitig nach links schielt, zerstört die CDU als bürgerliche Volkspartei“, schreibt Prange. Die CDU sei nicht mehr seine Heimat und Zukunft.
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CDU-Politiker spendet 10.000 Euro an AfD – „will, dass die mich rausschmeißen“
Prange sitzt seit 1999 für die CDU im Kreistag von Stendal. Nun wird seine Partei mögliche Konsequenzen prüfen. Der Generalsekretär des Landesverbandes Sachsen-Anhalt, Mario Karschunke, sagte der Zeitung „Welt“, niemand sei gezwungen, Mitglied der CDU zu sein, wenn er die Werte der Partei nicht mehr teile. Der Kreisvorstand werde sich mit der Spende befassen und Konsequenzen ableiten. Dabei soll auch über ein Parteiausschlussverfahren diskutiert werden. Dem „Focus“ gegenüber sagte Prange, dass er nicht vorhabe, aus Eigeninitiative auszutreten: „Ich will, dass die mich rausschmeißen.“
Auch der Koalitionspartner im Bund übt Kritik an dem Vorgang: „Wenn ein CDU-Amtsträger 10.000 Euro an die AfD spendet und die Aufgabe der Brandmauer fordert, dann ist das kein unbedeutender lokaler Zwischenfall“, sagte der SPD-Politiker Dirk Wiese der „Rheinischen Post.“ Er erwarte von den Christdemokraten eine schnelle und eindeutige Reaktion. „Es braucht jetzt Klarheit, dass es in der CDU keinen Platz für jedwede Unterstützung der AfD gibt. Die SPD war und ist hier immer unmissverständlich“, so der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Bundestag.
Hintergründe zur AfD – für Sie recherchiert
Sven Schulze lehnt eine Zusammenarbeit mit der AfD grundlegend ab. Außerdem hatte er bereits erklärt, sich auch nicht mit den Stimmen der AfD zum Ministerpräsidenten wählen zu lassen. Der Landesverband der AfD in Sachsen-Anhalt ist vom Verfassungsschutz seit 2023 als „gesichert rechtsextrem“ eingestuft. Prange sieht das allerdings nicht als Problem, sagte er dem „Focus“. Die AfD wäre demokratisch und er sehe keinen Unterschied zur Linkspartei. Mit 40 Prozent in den Umfragen liegt die AfD weit vor der CDU, die zuletzt um die 25 Prozent erreichen konnte. Je nachdem, wie viele Parteien in den Landtag einziehen, könnte die AfD zum ersten Mal einen Ministerpräsidenten in Deutschland stellen.









