Es sind deutliche Worte von seinem einstigen Unterstützer: Der frühere baden-württembergische Landtagsfraktionsvorsitzende Wolfgang Reinhart (CDU) hat Kanzler Friedrich Merz scharf kritisiert. „Er hat seine Versprechen nicht gehalten, weder bei der Performance noch programmatisch und auch nicht mit seiner Persönlichkeit“, fand Reinhart deutliche Worte in der „FAZ“.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Reinhart zeigte sich „gnadenlos enttäuscht“ vom Kanzler. Vor allem, weil er den heutigen Kanzler bei all seinen Versuchen, Parteivorsitzender zu werden, unterstützt habe. „Wir haben für Merz als Parteivorsitzenden dreimal wie die Löwen gekämpft“, so Reinhart, der die Kabinettsumbildung nach dem Rücktritt von Jens Spahn als CDU-Fraktionsvorsitzender als „Witz“ und „Zwangsrochade“ bezeichnete.

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CDU-Mann Reinhart: Mitglieder sind tief frustriert über Merz-Performance

In Reinharts eigenem Verband im Main-Tauber-Kreis würden die Mitglieder teilweise austreten, teilweise seien sie tief frustriert. „Es fehlen die Vertrauenspersonen, die die souveräne Erfahrung für die Regierungsämter haben“, so Reinhart. Einen derartigen Ansehensverlust eines Kanzlers habe es seit der Gründung der CDU nicht gegeben.

CDU-Bundesparteitag Wolfgang Reinhart
Wolfgang Reinhart (CDU), Landtagsvizepräsident in Baden-Württemberg.© picture alliance/dpa | Katharina Kausche

Wenige Wochen vor den drei wichtigen Landtagswahlen steht die Union in einer Insa-Umfrage bundesweit so schlecht da wie seit fast fünf Jahren nicht mehr. Im Sonntagstrend, den das Meinungsforschungsinstitut wöchentlich für die „Bild am Sonntag“ erhebt, kam die Union zuletzt nur noch auf 20 Prozent. Zudem sind satte 78 Prozent der Befragten mit der Arbeit von Merz unzufrieden, drei Prozentpunkte mehr als in der vorangegangenen Umfrage. 

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Stimmungsbild in der Union hat sich umgekehrt: Immer weniger Unterstützung für Merz

Laut „FAZ“ hätte sich das Stimmungsbild unter den baden-württembergischen CDU-Mitgliedern dramatisch verändert. Hätten vor acht Jahren noch 75 Prozent der Mitglieder für Merz gestimmt und 25 Prozent weiter auf liberale Politiker gesetzt, hätte sich das Verhältnis „nun im Grunde umgekehrt, heute halten 25 Prozent Merz für einen guten Kanzler, und 75 Prozent hat er tief enttäuscht“, zitiert die Zeitung einen erfahrenen CDU-Mann.

Unterstützung erhält Merz indessen von Christian vom Stetten, Vorsitzender der Parlamentskreises Mittelstand. Er würde Merz jederzeit wieder an die Spitze der CDU wählen. Nicht der Kanzler, sondern die SPD als Koalitionspartner sei das Problem. Hätten CDU und CSU eine Mehrheit, dann würden sie den größten „Reformturbo“ zünden, den dieses Land je gesehen habe, so Stetten.