Erneut sind bei einem israelischen Angriff im Gazastreifen Journalisten getötet worden, darunter ein freier Mitarbeiter der Nachrichtenagentur AFP. Die drei Männer seien am Mittwoch bei einem israelischen Luftangriff in der Region Al-Sahra südwestlich der Stadt Gaza getötet worden, erklärte der von der radikalislamischen Hamas kontrollierte Zivilschutz.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Der Hamas-Zivilschutz gab die Namen der Getöteten mit Anas Ghneim, Mohammed Salah Kaschta und Abdul Rauf Schaath an. Schaath hatte seit 2024 mehrfach als Foto- und Videojournalist für AFP gearbeitet. Er war zum Zeitpunkt des Angriffs nicht im Auftrag von AFP unterwegs, sein letzter Bericht im Auftrag der Nachrichtenagentur war am Montag veröffentlicht worden.
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Tödlicher Angriff wird von beiden Seiten unterschiedlich dargestellt
AFP erklärte, die Nachrichtenagentur trauere um Schaath, der als „gütiger Kollege mit sanftem Humor und als äußerst engagierter Journalist“ in Erinnerung bleiben werde. Zudem fordere AFP „eine umfassende und transparente Untersuchung seines Todes“, hieß es weiter. In den vergangenen zwei Jahren seien viel zu viele lokale Journalisten im Gazastreifen getötet worden, „während ausländische Journalisten weiterhin nicht frei in das Gebiet einreisen können“, fügte AFP hinzu.
Der Hergang des Vorfalls wird von Israel und der Hamas unterschiedlich dargestellt. Ein Augenzeuge sagte AFP vor Ort, dass die drei Männer eine Drohne eingesetzt hätten, um eine von einer ägyptischen Organisation ausgeführte Verteilung humanitärer Hilfe zu filmen, als ein sie begleitendes Auto Ziel eines Luftangriffs geworden sei. Der Hamas-Zivilschutz sprach von einem israelischen Drohnenangriff auf „ein ziviles Fahrzeug“.

Der Sprecher des ägyptischen Hilfskomitees sagte, dass eines der Fahrzeuge der Organisation „während einer humanitären Mission“ angegriffen worden sei. Dies habe „zum Tod von drei Personen“ geführt. Alle Fahrzeuge der Organisation seien mit dem Logo des Komitees versehen.
Die israelische Armee teilte wiederum mit, sie habe auf drei Verdächtige gezielt, die „eine Drohne der Hamas“ gesteuert hätten. Der Armee-Erklärung zufolge machten die israelischen Soldaten mehrere Verdächtige aus, „die eine mit der Hamas verbundene Drohne im Zentrum des Gazastreifens bedienten“. Die Drohne habe eine Bedrohung für die Soldaten dargestellt. Die israelischen Streitkräfte hätten daher die Verdächtigen, die sie aktiviert hätten, „präzise angegriffen“. Die Details würden geprüft.
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„Reporter ohne Grenzen“ spricht von möglichem Kriegsverbrechen
Die Organisation Reporter ohne Grenzen zeigte sich angesichts des Vorfalls „zutiefst empört“: „Dieser isolierte Angriff auf Journalisten, die aufgrund ihrer Ausrüstung als solche erkennbar waren, könnte auf eine gezielte Aktion hindeuten und ein Kriegsverbrechen darstellen“, sagte Martin Roux, Leiter des Krisenstabs von RSF, laut einer Erklärung. Auch das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) äußerte sich „entsetzt“.
Laut einer Zählung von Reporter ohne Grenzen (RSF) wurden zwischen dem 1. Dezember 2024 und dem 1. Dezember 2025 mindestens 29 palästinensische Journalisten im Gazastreifen getötet. Damit war Israel zum dritten Mal in Folge für die meisten getöteten Journalisten weltweit verantwortlich. Nach eigenen Angaben berücksichtigt RSF nur Fälle, in denen die Organisation davon überzeugt ist, dass die Betroffenen in direktem Zusammenhang mit ihrer journalistischen Tätigkeit Opfer von Gewalt oder Unterdrückung geworden sind.
fmg/dpa




