Die beiläufige Äußerung von US-Präsident Donald Trump zu einem angeblichen Angriff auf einen Hafen in Venezuela, von der Drogenboote ablegen sollen, wurde vom venezolanischen Regime in Caracas erstaunlich gelassen aufgenommen. Staatschef Nicolás Maduro reagierte am Montagabend überhaupt nicht. Er schwieg den mutmaßlichen ersten Angriff der US-Kampfflotte in der Karibik auf venezolanisches Territorium sprichwörtlich tot. Auch in den Medien des Landes blieb den Angaben zufolge mit Drohnen ausgeführte Angriff auf eine Drogenexportbasis unbeachtet. Washingtons befürchteter erster Bodenangriff wurde in dem südamerikanischen Land praktisch nicht wahrgenommen.

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Maduro zeigte sich zuletzt öffentlich am 28. Dezember im Drillich bei einem militärischen Event in der Stadt La Guaira nahe Caracas und sandte seine doppelte Botschaft, mit der er bereits seit mehreren Wochen immer an die Öffentlichkeit geht. Zum einen: Wir wollen Frieden und keinen Krieg. Das formuliert er als Appell an die US-Regierung und die internationale Gemeinschaft. Zudem zeigt er sich öfter mit einer ebenso knallroten Baseballkappe wie Trump. Aber darauf steht dann in holprigem Englisch: „No war, yes peace.“ 

Venezuela Präsident Maduro
Nicolas Maduro bei einer Pressekonferenz: Der Autokrat betont die Verteidigungsbereitschaft seines Landes.© Marcos Salgado/XinHua/dpa | Marcos Salgado

Venezuela: US-Angriff auf Hafengebiet soll per Drohne erfolgt sein

Zugleich betont der Autokrat, der seit 2013 regiert, auch immer wieder die Verteidigungsbereitschaft seines Landes. Bei der Veranstaltung zur Ehrung der Streitkräfte in La Guaira, einem der wichtigsten Häfen Venezuelas, präsentierte Maduro eine Panzerfaust und sprach davon, wie entschlossen und bereit Volk, Armee und Milizen in einem Land zusammenstünden, um einen möglichen Angriff von außen abwehren zu können. 

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Trump sagte am Montag, die US-Streitkräfte hätten in den vergangenen Tagen einen angeblichen „Drogenumschlagplatz“ in Venezuela angegriffen. „Es gab eine große Explosion im Hafengebiet, wo die Boote mit Drogen beladen werden“, behauptete der Staatschef am Montag (Ortszeit) vor einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in seiner Residenz Mar-a-Lago in Florida. Weitere Details, etwa zum genauen Ort oder zu möglichen Opfern, teilte Trump nicht mit. Ergänzend berichtete der Nachrichtensender CNN, der Angriff sei vom US-Geheimdienst CIA mit einer Drohne bereits in der vorvergangenen Woche ausgeführt worden. 

USA werden Druck auf Maduro weiter erhöhen

So wie 2025 mit einer weiteren Eskalation zwischen den USA und Venezuela zu Ende geht, wird es mutmaßlich 2026 auch zügig weitergehen. Die Vereinigten Staaten werden versuchen, den militärischen, politischen und wirtschaftlichen Druck auf das verhasste chavistische Regime aufrechtzuerhalten. Nach dem Angriff auf mutmaßliche Drogenschnellboote, der Beschlagnahmung von Öltankern und dem jetzigen Angriff auf das Festland bleiben den USA nicht mehr viele Schritte übrig, die nicht in eine direkte militärische Auseinandersetzung münden würden. Auch ein Anschlag auf Maduro selbst ist denkbar. 

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Washington wirft dem Machthaber vor, sich illegal an der Macht zu halten, weil er die Präsidentenwahl Ende Juli 2024 fälschte. Zudem behaupten die USA, Maduro sei einer der Köpfe des sogenannten „Cartel de los Soles“, eines mutmaßlichen Netzwerks ranghoher Militärs und Regierungsmitglieder, das den Kokainschmuggel organisiere. Staatliche Strukturen wie Flughäfen, Häfen und Grenzübergänge würden genutzt, um Drogenlieferungen durch das Land zu schleusen und zu exportieren. Beweise für die Vorwürfe haben die USA nie vorgelegt. Es ist aber auch möglich, dass es den USA vor allem um ungehinderten Zugriff auf das venezolanische Öl geht. Das Land hat die global höchsten nachgewiesenen Reserven.

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Karibik-Machtprobe: Venezuela – Invasion oder Säbelrasseln?
Im Krisenmodus
 

Rubio spekuliert auf Zusammenbruch des kubanischen Systems

Kommendes Jahr wird die Karibik daher der Hotspot der politischen und militärischen Spannungen in der westlichen Hemisphäre bleiben. Die massive US-Streitmacht aus mehreren 1000 Soldaten, Kriegsschiffen, Kampfflugzeugen und einem Flugzeugträger ist gekommen, um zu bleiben. Sie soll einschüchtern, Druck ausüben und gegebenenfalls auch interventionistisch agieren. 

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Zudem hofft insbesondere US-Außenminister Marco Rubio auf den Dominoeffekt. Dass Kuba fällt, wenn Venezuela so geschwächt ist, dass es die täglichen Öllieferungen als lebensnotwendige Hilfe für die klammen Brüder auf Kuba nicht mehr aufrechterhalten kann. Rubio, der selbst kubanische Vorfahren hat, erklärt immer wieder das Ende der kommunistischen Herrschaft auf der Insel als übergeordnetes Staatsziel. Doch inzwischen kommt Mexiko, eigentlich ein enger Verbündeter der USA, der Regierung in Havanna mit beachtlichen Öllieferungen zu Hilfe. Die jüngste Lieferung in den Tagen um Weihnachten belief sich laut dem Energieinstitut der Universität von Texas auf 80.000 Fass. 

Korrektur:
Auf unserer Webseite haben wir ein Foto gezeigt, das angeblich die Festnahme von Venezuelas Präsident Nicolas Maduro zeigt. Wie sich nachträglich herausgestellt hat, handelte es sich um ein von Künstlicher Intelligenz erstelltes Foto, das nicht authentisch war. Das Bild wurde von der Foto-Agentur ddp verbreitet, mit der wir – wie viele andere Redaktionen auch – seit vielen Jahren zusammenarbeiten. Das Verwenden von KI-generierten Nachrichtenfotos entspricht nicht unseren redaktionellen Richtlinien und wir bedauern diesen Vorfall außerordentlich. Die genauen Hintergründe dieses Fehlers werden wir gemeinsam mit der Agentur aufklären. Bis dahin verzichten wir auf die Veröffentlichung von ddp-Fotomaterial und werden in einem gesonderten Beitrag den Vorgang, aber auch unseren redaktionellen Umgang mit der Künstlichen Intelligenz eingehend darstellen.
Die Redaktion