Der von den USA vor der Küste Venezuelas beschlagnahmte Öltanker wird nach Angaben der Sprecherin von US-Präsident Donald Trump in einen US-Hafen transportiert. Das sagte Trump-Sprecherin Karoline Leavitt am Donnerstag vor Journalisten. Auch das Rohöl auf dem Schiff werde durch die US-Regierung beschlagnahmt. Der Tanker „Skipper“ hat nach Angaben des Informationsdienstes Marinetraffic rund 1,1 Millionen Barrel Rohöl an Bord.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Der Tanker war am Mittwoch unter die Kontrolle der USA gebracht worden. „Wir haben gerade einen Tanker vor der Küste Venezuelas beschlagnahmt“, sagte Trump am Mittwoch im Weißen Haus vor Journalisten. Es handele sich „um den größten, der je beschlagnahmt wurde“.
Von USA beschlagnahmter Öltanker vor Venezuela wird in US-Hafen transportiert
Justizministerin Pam Bondi veröffentlichte ein Video von schwer bewaffneten US-Soldaten, die von Helikoptern aus an Bord des Schiffes gehen. Sie sprach von einer gemeinsamen Operation der US-Küstenwache, des FBI, des Heimatschutzministeriums und des Pentagon.
Today, the Federal Bureau of Investigation, Homeland Security Investigations, and the United States Coast Guard, with support from the Department of War, executed a seizure warrant for a crude oil tanker used to transport sanctioned oil from Venezuela and Iran. For multiple… pic.twitter.com/dNr0oAGl5x
— Attorney General Pamela Bondi (@AGPamBondi) 10. Dezember 2025
Tanker soll auf dem Weg nach Kuba gewesen sein
Bondi erklärte, der Tanker werde „zum Transport sanktionierten Öls aus Venezuela und Iran genutzt“. Das Schiff sei seit Jahren mit US-Sanktionen belegt, weil es „in ein illegales Ölfrachtnetzwerk verwickelt ist, das ausländische Terrororganisationen unterstützt“.
Die venezolanische Regierung hat die Erstürmung eines Öltankers vor der Küste des südamerikanischen Landes durch das US-Militär scharf verurteilt. Der Einsatz sei „ein dreister Raubüberfall und ein Akt internationaler Piraterie“, hieß es in einer Stellungnahme des Außenministeriums in Caracas.
Die „New York Times“ berichtete unter Bezug auf einen ungenannten Mitarbeiter der Küstenwache, das Schiff fahre unter dem Namen „Skipper“ und habe Öl der staatlichen venezolanischen Ölgesellschaft transportiert. Früher sei es mit dem Schmuggel iranischen Öls in Verbindung gebracht worden.
US-Medien zufolge war das Schiff nach Kuba unterwegs. Kuba leidet bereits unter einigen der schwersten Stromausfälle seit Jahrzehnten, die sich über Stunden, mitunter sogar Tage hinziehen. Die veraltete Energieinfrastruktur der kommunistisch regierten Insel ist auf Ölimporte angewiesen, oft in Form von Spenden von Verbündeten wie Venezuela, Russland und Mexiko. Die kubanische Regierung reagierte zunächst nicht auf die Nachricht von der Beschlagnahmung des Öltankers, der für die Insel bestimmt war.
Trump will Öl des Tankers behalten und deutet weitere Aktionen an
Auf die Frage, was mit dem transportierten Öl geschehen werde, antwortete Trump laut „CNN“: „Ich denke, wir behalten es.“ Die Spannungen zwischen den USA und dem Ölförderland Venezuela hatten sich zuletzt deutlich verschärft.
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Der US-Präsident sagte, es seien zudem „weitere Dinge im Gange“, ohne Details zu nennen. Die Trump-Regierung hatte seit September immer wieder die Boote mutmaßlicher Drogenschmuggler angegriffen und Kriegsschiffe vor Venezuela in Stellung gebracht. Der international isolierte venezolanische Präsident Nicolás Maduro vermutet dahinter US-Pläne zu seinem Sturz.
Trump hatte mehrfach betont, dass er auch Einsätze an Land nicht ausschließt. Zuletzt hatte er im Interview des Nachrichtenportals „Politico“ zur Frage nach einer amerikanischen Bodeninvasion in Venezuela erklärt, er wolle weder etwas bestätigen noch ausschließen.

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Maduros Tage sind laut Trump gezählt
Auch auf die Frage, wie weit er gehen würde, um den autoritären Präsidenten Nicolás Maduro aus dem Amt zu drängen, wollte Trump nicht antworten. Er betonte aber: „Seine Tage sind gezählt.“ Der US-Präsident warf Maduro vor, das venezolanische Volk „furchtbar“ zu behandeln.
Seit Wochen verschärft Trump den Ton und das Vorgehen gegenüber dem südamerikanischen Land. Die USA haben nicht nur zusätzliche Soldaten in der Karibik zusammengezogen und mehrere Kriegsschiffe in die Region verlegt, darunter den weltgrößten Flugzeugträger. Trump genehmigte auch verdeckte Einsätze des Auslandsgeheimdienstes CIA in Venezuela.
pau/sh/viv/dpa









