Die Menstruation schmerzt oft, Endometriose erst recht. Die Wechseljahre rauben den Schlaf, lassen Muskeln schwinden, Pfunde an den Hüften wachsen, Knochen bröseln. Und Depressionen gehören, sobald es um Frauengesundheit geht, ohnehin immer dazu. Das Rezept bislang dagegen? Schulterzucken. Nimm eine Schmerztablette. Beiß die Zähne zusammen, stell dich nicht so an.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Missachtung, Banalisierung, Rücksichtslosigkeit: Das erleben viele Frauen, wenn es um ihre Gesundheit geht. Das wollen sie nicht länger hinnehmen. Sie wollen nicht mit Schmerzen im Büro sitzen, mit Hitzewallungen Sitzungen leiten, übermüdet vom Schlafmangel, empfindlich und schlecht gelaunt.

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Es wird Zeit, den Gender-Health-Gap zu überwinden

Sie wollen, dass im Job ihre Beschwerden anerkannt werden; mehr noch: Sie wollen Rücksicht. Was bedeutet, dass sie sich bei starken Regelschmerzen eben mit ein- oder zwei Krankentagen zurückziehen. Und bei Überlastung während der Wechseljahre im Job kürzertreten. Diese Themen sind bei Frauenforen oder im Netz hoch im Kurs.

Birgitta Stauber
Birgitta Stauber, Textchefin. © FUNKE Foto Services | Reto Klar

Aber wie wäre es damit: Die Überwindung des Gender Health Gap – die Ungleichheiten in der Gesundheitsversorgung zwischen Frauen und Männern – wird endlich in der medizinischen Forschung priorisiert. Damit Schluss ist mit Ignoranz und Unterversorgung ebenso wie mit falschen Diagnosen aufgrund der Ahnungslosigkeit über geschlechtsspezifische Symptome. Bestes Beispiel ist hier der Herzinfarkt, dessen Anzeichen bei Frauen immer noch häufiger verkannt werden als bei Männern. Oder die Endometriose, wohl die häufigste bagatellisierte Frauenkrankheit, die Betroffene mit Kinderwunsch obendrein zu schwierigen Behandlungen zwingt.

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So wichtig Rücksicht ist: Zu viel davon macht Frauen erneut zum schwachen Geschlecht. Und die Schmerzen/Depressionen/Schlafprobleme gehen davon auch nicht weg. Auf dem Weg zur Gleichberechtigung im Job bringt uns Rücksicht zudem nur bedingt weiter. Denn Gesundheit und Beschwerdefreiheit sind wichtige Bausteine für ein ausgefülltes Arbeitsleben und eine konsequente Karriere.