Wenn Annika Böhmer einen Termin zur künstlichen Befruchtung hat, fährt sie nicht in eine Kinderwunschklinik, sondern ins Hotel. Dort trifft sie sich mit ihrem Samenspender. „Wir quatschen ein bisschen in der Lobby, dann geht er aufs Zimmer. Dort gibt er die Spende ab und kommt dann wieder runter. Er gibt mir dann aus dem Aufzug noch ein Handzeichen als Verabschiedung, dann fahre ich auf das Zimmer und übernehme die Spende.“

Was Annika Böhmer hier beschreibt, nennt sich private Samenspende. Die 39-Jährige ist Single-Mutter und hat bereits zwei Töchter aus verschiedenen Partnerschaften. Beide Väter sind nicht mehr Teil ihres Lebens. Sie möchte aber noch ein Kind, ohne ihren Kinderwunsch von einem Partner abhängig zu machen. Seit Januar 2024 versucht sie es mit der sogenannten Bechermethode. Doch die ist wegen ihrer Risiken umstritten, wie eine Reproduktionsmedizinerin erklärt. Was Böhmers Gründe sind und wie die Spende abläuft, berichtet sie hier.

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