Die konservative Zeitschrift „The Harvard Salient“, bekannt für ihre scharfkantigen Artikel und politische Enthüllungen, hat ihre Veröffentlichung überraschend eingestellt. Der Vorstand, bestehend aus konservativen Alumni der Harvard Universität, begründete die Entscheidung laut der „New York Times“ damit, dass das Magazin jüngst Inhalte veröffentlicht habe, die „verwerflich, beleidigend und erniedrigend“ seien. Obwohl keine genaueren Angaben zu den Vorfällen gemacht wurden, verweist die Zeitung auf eine jüngst entfachte Kontroverse, in der ein Artikel eine Zeile enthielt, die an eine Rede Hitlers aus dem Jahr 1939 erinnerte.

Auch interessant

Diese Nachricht markiert einen bemerkenswerten Wendepunkt für die 1981 gegründete Zeitschrift, die erst vor vier Jahren nach einer längeren Pause wiederbelebt wurde und seitdem kontroverse Themen aufgriff.

Redaktion zeigt sich überrascht über Ähnlichkeit mit Äußerungen Hitlers

Der fragliche Satz lautete: „Deutschland gehört den Deutschen, Frankreich den Franzosen, Großbritannien den Briten, Amerika den Amerikanern.“ Dieser Text eines Studenten argumentierte, dass die native Bevölkerung Europas durch Migration aus Afrika und Asien verdrängt werde. Laut der „New York Times“ zeigte sich die Redaktion überrascht über die offensichtliche Ähnlichkeit mit Hitlers Äußerungen: „Weder der Autor noch die Herausgeber hätten die Ähnlichkeit erkannt, und der Satz sei schon lange vor dem Dritten Reich entstanden“, schrieb der Herausgeber Richard Y. Rodgers in einem weiteren Artikel des Magazins. Kritiker verurteilten jedoch scharf die Verwendung dieser Rhetorik sowie die Reaktion der Universität.

Auch interessant

In einer Rede, die Hitler im Januar 1939 vor dem Reichstag hielt und in der er voraussagte, dass ein weiterer Weltkrieg zur Vernichtung der Juden in Europa führen würde, sagte er: „Frankreich den Franzosen, England den Engländern, Amerika den Amerikanern und Deutschland den Deutschen.“

Podcast "Meine schwerste Entscheidung"
#26 Karin Prien über ihre jüdischen Wurzeln - und die Gedanken an eine Flucht nach Israel
Meine schwerste Entscheidung
 

The Harvard Salient: Einstellung war unvermeidlich

Harvard steht für den Umgang mit kritischen und kontroversen Meinungsäußerungen zunehmend unter genauer Beobachtung. Einige Vertreter fordern die Förderung konservativer Stimmen auf dem Campus, verbunden mit einer klaren Haltung gegen antisemitische Äußerungen. Gleichzeitig bekräftigt das nun eingestellte Magazin seine Mission, für freie Forschung und öffentliche Debatten einzutreten – Werte, die durch eine zunehmende ideologische Konformität gefährdet seien, so die Selbstdarstellung der Publikation.

Lesen Sie auch: Nach Trump-Drohung: Hongkong greift nach Harvard-Studenten

Der Vorstand stellte zudem fest, dass nicht nur die veröffentlichte Inhalte, sondern auch die interne Unternehmenskultur der Zeitschrift für Besorgnis gesorgt habe. Dies sei einer der Gründe, warum die Schließung unvermeidlich geworden sei.