Die deutsche Autoindustrie? Zuckelt mit angezogener Handbremse in die Sackgasse. Solartechnologie made in Germany? Schon vor Jahren beerdigt. Der schwarz-rot-goldene Traum von der Chip-Supermacht? Wird wohl nichts mehr. Es sieht nicht gut aus für den einstigen Innovationsgiganten Deutschland. Immerhin ein Ass haben wir noch im Ärmel. Den Thermomix!

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Bei den Hightech-Küchenmaschinen aus W-Upper-Valley, vulgo Wuppertal, macht uns Deutschen so leicht keiner etwas vor. Wer denkt noch an Apple und Microsoft, wenn er am Tablet seines Mixgeräts von Vorwerk die Zutaten zum Zerhäckseln, Zerkleinern und Schreddern zusammenstellt. Deutschland einig Thermomix-Land.

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Friedrich Merz schätzt den Thermomix – und „produziert“ damit

Am Donnerstag hat sich sogar der Bundeskanzler zum Thermomix bekannt. Bei einer Veranstaltung des Markenverbandes in Berlin erklärte Friedrich Merz (CDU), dass er die Hightech-Küchenmaschine sehr schätze und gelegentlich damit auch etwas „produziere“. Die Wortwahl lässt aufhorchen, andere würde es „kochen“ nennen. Aber hey, wir sprechen vom Thermomix. Kann man von Kochen sprechen, wenn der Bediener nur noch Zutaten in die Maschine gibt und diese den Rest erledigt?

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Über Merz‘ kulinarische Vorlieben war bisher nicht allzu viel bekannt. Anders als Parteifreund Markus Söder (CSU) flutet der Kanzler Instagram nicht mit Food-Videos und propagiert wie dieser auch keine „fetischhafte Fleischfresserei“ (O-Ton Robert Habeck). In einem Interview mit der „Stuttgarter Zeitung“ verriet Merz im vergangenen Jahr zumindest, dass er Pasta schätze und zu Hause beispielsweise gern Spaghetti Frutti di Mare koche. Seit Donnerstag ist nun auch klar, welches Hilfsmittel Merz dabei nutzt, nämlich den Thermomix. Wahrscheinlich sogar das neueste Modell TM7, denn bei dem kann man den Deckel weglassen, was bei Spaghetti praktisch ist.

Vorwerk bringt neuen Thermomix heraus
Der neue Thermomix TM7 kostet knapp 1600 Euro.© Oliver Berg/dpa | Oliver Berg

Thermomix-Stückpreis liegt bei 1600 Euro

Gerade für alleinstehende Männer sei der Thermomix das ideale Küchengerät, sagte Merz in Berlin. Der Kanzler ist zwar verheiratet, aber oft genug weit weg vom heimischen Sauerland, wo die Ehefrau „einfach zu gut kocht“ (O-Ton Merz). Statt wie Söder samt Social-Media-Truppe die Imbissbuden in der Umgebung heimzusuchen, brutzelt Merz nach eigenem Bekunden mit dem Thermomix auch mal selbst.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Wurstgrill. (Archivfoto)
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Wurstgrill. (Archivfoto) © dpa | Armin Weigel

Merz scheint wirklich überzeugt zu sein vom Markenprodukt aus dem Hause Vorwerk. „Ich habe sogar einmal vier Thermomixe zu Weihnachten verschenkt. Einen an meine Frau und je einen an meine drei Kinder“, sagte der Kanzler. Der Hersteller Vorwerk habe die Geräte schön verpackt. Damit weiß man nun auch, dass Merz bei Weihnachtgeschenken äußerst spendabel zu sein scheint. Der neueste Thermomix kostet aktuell knapp 1600 Euro pro Stück.

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Das Gerät wäre, ganz nebenbei, auch für Markus Söder das ideale Geschenk. Der Thermomix kann nämlich auch Wurst. Von der Nürnberger Bratwurst bis zur Partywurst ist alles möglich. Seine „Drei im Weggla“ könnte sich Bayerns Ministerpräsident dann locker auch zu Hause machen.