Der Russlandexperte Stefan Meister hat den Ausgang des Alaska-Gipfels von US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin als „Tiefpunkt der US-Diplomatie“ bezeichnet. „Es gibt keinerlei Erfolg mit Blick auf Frieden in der Ukraine, aber es gibt für Putin den Erfolg, dass er mit seiner Politik durchkommt“, sagte Meister, der in der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) in Berlin ein Zentrum für Osteuropa, Russland und Zentralasien leitet, unserer Redaktion.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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„Putin hat Zeit gewonnen für seinen Krieg und Trump wird ihn nicht sanktionieren“, sagte Meister. „Ich hatte nicht viel erwartet von diesem Gipfel, da Putin zu keinerlei Kompromissen bereit ist. Aber es ist schlimmer gekommen: Putin als Kriegsverbrecher, der weiter täglich in der Ukraine die Zivilbevölkerung bombardieren lässt, ist von US-Präsident Trump legitimiert worden als großer internationaler Führer.“

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Putin habe seine Erzählung und damit Desinformation über die Ursachen des Krieges und die Ukraine verbreiten dürfen, „Trump hat ihm einen Ritterschlag gegeben“.

Experte: Der Gipfel war absoluter Misserfolg - und Bankrott für Europa

Meister ging mit dem US-Präsidenten hart ins Gericht: „Von der Substanz war es ein absoluter Misserfolg, von den Bildern hat er eher Putin legitimiert, als sich selbst als großen Verhandelnder zu präsentieren.“ Putin habe alles bekommen, was er wollte, Trump habe dafür bis auf das Treffen nichts bekommen. Das Fazit des Russland-Experten: „Trump ist ein schlechter Verhandler, schlechter Diplomat und kein Dealmaker auf internationalen Niveau.“

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Meine schwerste Entscheidung
 

Meister bezeichnete den Gipfel auch als „absoluten Bankrott für Europa“. Die Europäer seien kein Akteur am Verhandlungstisch und sicherheitspolitisch abhängig von den USA. „Der Gipfel mit Merz und Trump im Vorfeld hat nicht viel gebracht, außer, dass Trump daran teilnahm“, sagte der Wissenschaftler. „Trump interessiert sich nicht für die Europäer und er hat klargemacht, jetzt sind es die Europäer und Ukraine, die Entscheidungen treffen sollen.“

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Für die Ukraine komme es darauf an, weiter zu verhindern, dass Trump Territorien an Putin abtrete. „Sie kann nur gute Miene zum bösen Spiel machen, sie braucht die USA und hat leider nur die schwachen und sicherheitspolitisch irrelevanten Europäer auf ihrer Seite, die zukünftig viel mehr tun müssen, um die Ukraine zu unterstützen“, sagte Meister. „Das ist ein weiterer Schritt in Richtung Entfremdung zwischen Ukraine und den USA.“