Die Erwartungen an den Alaska-Gipfel von Donald Trump und Wladimir Putin waren von Anfang an nicht hoch. Aber der rätselhafte Auftritt, den die beiden am Ende ihres verdächtig kurzen Treffens für die Öffentlichkeit ablieferten, lässt befürchten, dass die Präsidenten mit ihrem Dreistunden-Date selbst diese bescheidenen Erwartungen noch unterboten haben:

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Ein konkretes Ergebnis, wie man einem Waffenstillstand im Ukraine-Krieg näher kommen könnte, blieben sie jedenfalls erstmal schuldig. Dabei hatte Trump zuletzt ja noch die Hoffnung genährt, er könne in Alaska bereits die Einigung auf eine Waffenruhe verkünden. Das hat offenbar nicht geklappt. Einen großen Gewinner hat dieser Gipfel trotzdem: Wladimir Putin.
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Trump rollte einem Kriegsverbrecher den roten Teppich aus

Trump hat seinen Gast mit allen Ehren auf die Weltbühne zurückgeholt. Was für ein Spektakel: Er hat dem Mann, der wegen Kriegsverbrechen mit internationalem Haftbefehl gesucht wird, in den USA den roten Teppich ausgerollt, ihn wie einen Freund empfangen, mit Handschlag, Beifall-Geste und warmen Worten. Kampfjets flogen zur Begrüßung, Trump lud Putin für die Fahrt zum Gipfelort sogar in seine Präsidentenlimousine ein – ein extrem ungewöhnliches Angebot.
Sicher, mit Putin zu verhandeln ist unumgänglich, wenn es darum geht, den von ihm angezettelten Ukraine-Krieg zu beenden. Aber auf diese Ehrerbietung für den Kriegsherrn hätte Trump besser verzichtet.

Putin hat seine Aufwertung sichtlich genossen. Was seine Gegenleistung war, blieb unklar. Der Kremlherr machte jedenfalls nicht den Eindruck, als hätte Trump ihn unter Druck gesetzt, den Ukraine-Krieg endlich zu beenden. Stattdessen durfte Putin mit Blick auf den Überfall erklären, Russlands Sicherheit sei bedroht.

Und Trump? Lobt die „tollen Telefonate“ mit Putin. Auf baldiges Wiedersehen, lieber Wladimir! Der Kremlherrscher hat sich nun persönlich in Alaska rückversichert: Im Zeitalter der neuen Unordnung lassen sich völkerrechtswidrige Eroberungskriege doch wieder ganz ungestraft führen, jedenfalls wenn man lange genug durchhält. Das freut nicht nur Putin, auch aggressive Despoten weltweit werden aus dieser Gipfel-Kumpelei ihre Schlüsse ziehen.





