Überraschend schnelles Ende des Alaska-Gipfels von US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin: Nach rund dreistündigen Beratungen sagte Trump in einem gemeinsamen Presseauftritt mit Putin, sie hätten in dem „extrem produktiven“ Treffen „große Fortschritte“ erreicht, seien aber „noch nicht ganz am Ziel“. Trump fügte hinzu: „Es gibt keinen Deal, solange es keinen Deal gibt.“ Er werde jetzt die Nato und den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über die Beratungen informieren.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Einzelheiten der Ergebnisse nannten weder Trump noch Putin, nach ihren Statements beendeten sie den zwölfminütigen Auftritt, ohne Fragen der Journalisten zuzulassen. Der russische Präsident, der als erster sprach, ließ aber keine Änderung seiner harten Haltung gegenüber der Ukraine erkennen und sagte, für Russland gehe es „um fundamentale Bedrohungen unserer Sicherheit“. Putin sagte weiter: „Wir sind überzeugt, dass wir alle Hauptursachen des Konflikts beseitigen müssen, um die Einigung dauerhaft und langfristig zu gestalten“ - eine Formulierung, die der Kreml auch verwendet, um den Status der Ukraine und mitunter auch die Osterweiterung der Nato infrage zu stellen.
Putin: Mit Trump als US-Präsident hätte es keinen Ukraine-Krieg gegeben
Putin verwies indirekt auf eine angebliche Absprache zwischen ihm und Trump, ohne näher darauf einzugehen, und fügte hinzu: „Wir erwarten, dass Kiew und die europäischen Hauptstädte dies konstruktiv aufnehmen und keinen Sand in die Sache streuen werden.“ Für Trump ist das Ergebnis eigentlich eine Enttäuschung - er hatte unmittelbar vor dem Gipfel doch noch die Hoffnung geäußert, es werde in Alaska einen Waffenstillstand verkünden können: „Ich möchte schnell einen Waffenstillstand. Ich weiß nicht, ob es heute dazu kommt. Aber wenn es nicht heute passiert, werde ich nicht glücklich sein“, hatte Trump erklärt.

Dennoch behauptete der US-Präsident später in einem Interview mit „Fox News“ auf die Frage, wie er das Treffen mit Putin auf einer Skala von eins bis zehn bewerten würde, er gebe „eine klare Zehn.“ Sie hätten sich „großartig verstanden“. Es sei gut, wenn zwei Großmächte miteinander auskämen, insbesondere wenn es sich um Atommächte handele. Es werde nun ein Folgetreffen zwischen Putin und Selenskyj organisiert, „und ich vermute, mit mir“.
Es liege an Selenskyj, einen möglichen Waffenstillstand zu erreichen, sagte Trump weiter. Er rate dem ukrainischen Präsidenten, einen Deal zu machen: „Ich würde auch sagen, dass sich die europäischen Staaten ein wenig einmischen.“
Immerhin verschaffte der russische Präsident Trump an anderer Stelle Genugtuung, beim Blick auf den Überfall Russlands auf die Ukraine 2022: „Präsident Trump hat heute gesagt, wenn er damals Präsident gewesen wäre, hätte es keinen Krieg gegeben, und ich bin mir ziemlich sicher, dass es tatsächlich so gewesen wäre“, sagte Putin. „Das kann ich bestätigen.“ Trump sagte am Ende des Presseauftritts: „Wir sehen uns bald wieder. Vielen Dank, Wladimir.“ Putin antwortete darauf mit dem offenbar nicht ganz ernst gemeinten Satz: „Nächstes Mal in Moskau“. Trump bestätigte das nicht, sondern erwiderte, da könne er zu Hause Ärger bekommen, aber er sehe eine Möglichkeit dafür.

Trump war auffallend um Putin bemüht
Trump und Putin gaben sich große Mühe, vor einem Plakat mit dem Slogan „Nach Frieden streben“ ihr gutes Verhältnis zu betonen. Der russische Präsident verwies zugleich auf die Chancen für einen stärkeren wirtschaftlichen Austausch mit den USA. Das Handelsvolumen sei zwar immer noch eher symbolisch, es sei aber unter der neuen US-Regierung um 20 Prozent gewachsen. Eine russisch-amerikanische Investitionspartnerschaft habe großes Potenzial.
Das Treffen auf dem US-Militärstützpunkt Elmendorf-Richardson in Anchorage war ursprünglich für vier Stunden, von russischer Seite sogar auf sechs bis sieben Stunden veranschlagt worden. Trump hatte sich gleich zu Beginn um auffallend freundschaftliche Gesten bemüht. Er empfing Putin herzlich schon auf dem Rollfeld des Flughafens auf dem roten Teppich, nachdem beide fast zeitgleich ihre Flugzeuge verlassen hatten.
Sie fuhren dann – höchst ungewöhnlich – zusammen in der gepanzerten US-Präsidentenlimousine („Beast“) zum Tagungsgebäude. Dort führten sie ein persönliches Gespräch in kleiner Runde mit nur wenigen Beratern: Von US-Seite nahmen neben Trump Außenminister Marco Rubio und der Sondergesandte Steve Witkoff teil. Putin wurde von Außenminister Sergej Lawrow und Kreml-Berater Juri Uschakow begleitet. Später sollte die Unterredung mit den größeren Delegationen fortgesetzt werden, dazu kam es aber nicht mehr.

Auf amerikanischer Seite waren auch Finanzminister Scott Bessent, Verteidigungsminister Pete Hegseth Handelsminister Howard Lutnick und CIA-Direktor John Ratcliffe angereist, zur russischen Delegation gehörten auch Verteidigungsminister Andrej R. Belousow, Finanzminister Anton G. Siluanow und Kirill A. Dmitriev, der Chef des russischen Staatsfonds. Putin hatte darauf gedrängt, mit Trump nicht nur über den Ukraine-Krieg, sondern ausführlich über die Wiederaufnahme wirtschaftlicher Beziehungen zu sprechen. Trump hatte aber klargemacht, dass dies ein Thema erst mit dem Ende des Ukraine-Kriegs sei.

Trump: „Ich verhandle nicht für die Ukraine“
Trump war im Vorfeld vom ukrainischen Präsidenten Selenskyj und europäischen Regierungschefs unter Führung von Kanzler Friedrich Merz (CDU) massiv gedrängt worden, bei dem Gipfel noch keine abschließende Absprache über die Bedingungen einer Friedenslösung zu treffen. Trump hielt sich an eine entsprechende Zusage. Zwar sprach er mit Putin auch über den sogenannten Gebietsaustausch, worunter sich Moskau den ukrainischen Verzicht auf die Krim und den gesamten Donbass vorstellt, einschließlich noch nicht von Russland eroberter Gebiete.
Doch betonte Trump kurz vor seinen Beratungen mit Putin: „Ich muss die Ukraine die Entscheidung treffen lassen, und ich denke, sie wird eine vernünftige Entscheidung treffen. Ich bin aber nicht hier, um für die Ukraine zu verhandeln“. Der US-Präsident hatte deshalb – ebenso wie die russische Seite – kurz nach dem Gipfel schon auf ein zweites Treffen verwiesen. Ein solches zweites Treffen werde sehr, sehr wichtig sein: „Denn das wird das Treffen sein, bei dem sie einen Deal machen“, sagte Trump. Selenskyj hatte erklärt, bei einem Dreier-Treffen „sind echte Lösungen möglich“.
Artikel über die Ukraine – für Sie recherchiert
Trump ebnete nicht nur Putin den Weg auf die Weltbühne, er schenkte auch dem belarussischen Diktator Alexander Lukaschenko Aufmerksamkeit. Kurz vor dem Gipfel telefonierte er mit Lukaschenko und berichtete später, es sei ein „wunderbares Gespräch“ mit dem „hochgeschätzten Präsidenten von Belarus“ gewesen.








