Es scheint eher ein Business-Treffen als ein Friedensgipfel zu werden. Russlands Präsident Wladimir Putin ist mit großer Delegation angereist, mit dabei sind Außenminister Sergej Lawrow, Präsidentenberater Juri Uschakow und Verteidigungsminister Andrej Beloussow. Der Gipfel soll zum Neustart der russisch-amerikanischen Beziehungen werden, vor allem wirtschaftlich möchte man enger zusammenarbeiten. Deshalb ist auch Kirill Dimitriew an Bord, der Chef des russischen Direktinvestitionsfonds. Und die Sanktionen sollen weg – ein Thema, das Finanzminister Anton Siluanow mit seinem US-Kollegen Scott Bessent besprechen könnte.

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Putins Auftritt in Alaska, in Russland wird er pompös in Szene gesetzt werden. Rund 50 russische Journalisten sind mitgereist. Da alle Hotels ausgebucht sind wurden die Berichterstatter in einer improvisierten Unterkunft untergebracht, wie die Staatsagentur Tass akribisch beschreibt: „Jeder Journalist erhielt ein individuelles Klappbett, ein Kissen mit Bezug und eine Decke. Aus irgendeinem Grund waren keine Bettlaken dabei.“

Trump und Putin beginnen mit einem Vier-Augen-Gespräch

Gegen 21 Uhr Mitteleuropäischer Zeitzone (MESZ) soll es losgehen, mit einem Vier-Augen-Gespräch zwischen Putin und US-Präsident Donald Trump. In diesem Gespräch wird es vor allem um die Ukraine gehen. Die Europäer befürchten, dass sich beide Präsidenten auf Gebietsabtretungen an Russland verständigen könnten. Dies lehnt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj strikt ab.

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#22 Verena Hubertz über die Erfindung von „Kitchen Stories“ und die Behäbigkeit der Politik
Meine schwerste Entscheidung
 

Doch auf die besetzten Gebiete kann und wird Putin nicht verzichten. Auf einer pompösen Ausstellung vor seiner Wiederwahl im März 2024 präsentierten sich alle Regionen der russischen Föderation. Darunter auch Cherson, Donezk, Luhansk und Saporischschja. Und natürlich die Krim. Für die Besucher gab es kleine Geschenke. Etwa Aufkleber, auf denen „Donbass – für immer Russland“ zu lesen war.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Doch Russland will mehr. Das Worst-Case-Szenario für Selenskyj: „Wie kann dieses Regime (in der Ukraine) geändert werden?“, überlegte vor einigen Tagen der ukrainische Ex-Ministerpräsident Mykola Asarow, den die Maidan-Revolution von 2014 gemeinsam mit seinem Präsidenten Viktor Janukowitsch ins Exil nach Russland getrieben hat. „Dazu ist die Zustimmung zweier Schlüsselparteien erforderlich, nämlich Russlands und der Vereinigten Staaten. Sie sind diejenigen, die einen Regimewechsel sicherstellen können.“

Es herrscht die Sorge, dass der Frieden für die Ukraine zur Nebensache wird

Doch was kann tatsächlich beim Treffen in Alaska herauskommen? Ein Waffenstillstand wäre ein mögliches Verhandlungsziel. Im ersten Schritt vielleicht die Einstellung der Luftangriffe. Offen bleibt die Frage der Sicherheitsgarantien. Im Gegenzug könnte Trump die US-Sanktionen gegen Russland aufheben. Letzteres ist für Putin besonders wichtig. Auf dem jüngsten Petersburger Wirtschaftsforum standen US-amerikanische Unternehmen Schlange. Angesetzt war unter anderem ein ‚Business-Dialog Russland-USA‘ unter der Fragestellung: „Wie können die Voraussetzungen für die Wiederherstellung und den Ausbau der Geschäftskooperation zwischen Russland und den Vereinigten Staaten geschaffen werden?“

Jetzt ist von einer Kooperation auf dem Energiesektor die Rede. Sprich: Es geht um Öl und Gas. Und Geld verdienen möchten beide, Putin und Trump. Gut möglich, dass in Alaska der Frieden in der Ukraine zur Nebensache wird.