Trillerpfeifen, Beschallung mit Anti-AfD-Parolen und Sprachchöre – beim Sommerinterview der ARD mit Alice Weidel war die AfD-Chefin mitunter schwer zu verstehen. Die Gruppe „Zentrum für Politische Schönheit“ hatte das Interview vor zwei Wochen lautstark gestört.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Der AfD, die ohnehin regelmäßig beklagt, im öffentlichen Diskurs ausgegrenzt zu werden, kam das nicht ungelegen, drehte sich die anschließende Debatte doch vor allem darum, dass ihr solche Debatten nützen würden. In den Meinungsumfragen legte die Rechtsaußen-Partei jedenfalls zuletzt leicht zu. Das Meinungsforschungsinstitut „Insa“ attestierte der Partei in der aktuellen Sonntagsfrage im Auftrag der „Bild am Sonntag“ Zustimmungswerte von 25 Prozent. Auch „Forsa“ hatte sie zuletzt dort gesehen.

ARD-Sommerinterview: Interview mit Banaszak bereits am Vormittag geführt
In die Kritik geriet nach dem Interview aber auch die ARD. Die kündigte an, ihr Sicherheitskonzept zu überarbeiten, um die noch ausstehenden Interviews mit Grünen-Chef Felix Banaszak, SPD-Chefin Bärbel Bas, Linken-Chef Jan van Aken und CSU-Chef Markus Söder störungsfrei abhalten zu können.
Zumindest bei Felix Banaszak ist das gelungen. Der Co-Parteivorsitzende konnte ungestört über die im kommenden Jahr anstehenden Landtagswahlen und die damit verbundenen Herausforderungen für die Grünen, insbesondere im Osten, über die derzeitigen Probleme der Partei und die Performance der schwarz-roten Bundesregierung sprechen.

Dabei hatten sich auch zum Banaszak-Interview Demonstranten angekündigt – dieses Mal in Person von Atomkraftbefürwortern. Sechs Teilnehmer der Initiative Nuklearia hatten sich angekündigt, im Gepäck hatten sie Banner und Fahnen mit Pro-Atomkraft-Sprüchen und Symbolen. Nur: Im Interview war davon nichts zu sehen. Das war bereits am Vormittag geführt worden, wie unsere Redaktion erfuhr.

Hatte die ARD das Interview also extra vorverlegt, um eine erneute Störung zu vermeiden? Das war zumindest der Tenor mehrere Medienberichte am Sonntagabend. Die ARD selbst dementierte, mit ihrer Aufzeichnung am Vormittag auf den angekündigten Protest reagiert zu haben. „Es gab nach Bekanntwerden der angemeldeten Versammlungen keine Änderung der geplanten Aufzeichnungszeit des Sommerinterviews“, teilte eine Sprecherin des ARD-Hauptstadtstudios dieser Redaktion mit. Die jeweiligen Aufzeichnungszeiten würden von Gast zu Gast variieren. Das sei in den vergangenen Jahren genauso gewesen.





