Droht beim ARD-Sommerinterview mit Grünen-Parteichef Felix Banaszak (35) am Sonntag der nächste Lärm-Eklat? Die Antwort der Atomkraftaktivisten vom Verein „Nuklearia“ ist kurz und lautet: Nein. Auf jeden Fall wolle man mit einer Aktion neben dem Aufzeichnungsort des Interviews vor dem Marie-Elisabeth-Lüders-Haus des Bundestags für die eigene Sache Aufmerksamkeit erregen. Keinesfalls vergleichen wolle man dies mit Szenen beim Gespräch mit AfD-Parteichefin Alice Weidel vor zwei Wochen. Damals war es das Ziel von Aktivisten des „Zentrums für Politische Schönheit“, den rechten Polit-Gast im Fernsehen so laut wie möglich zu übertönen.

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Was jetzt am Sonntag aber beim Interview mit Banaszak stattfindet, soll laut „Nuklearia“-Sprecher Rainer Klute sehr viel diskreter ausfallen. „Wir wollen zivilisiert an der Meinungsbildung teilnehmen, aber nicht lautstark stören. Es wird nur ein kleines Team da sein. Von der Regionalgruppe Berlin sind sechs Personen angemeldet. Es gibt also keine Massendemo“, beschreibt der Sprecher auf Morgenpost-Anfrage den geplanten Auftritt. Akustische Störversuche sollen anders als beim Eklat um das AfD-Interview der ARD ausdrücklich unterbleiben.

ARD-Sommerinterview in Berlin: Was will „Nuklearia“ beim Grünen-Gespräch?
Es genüge, ins „Blickfeld der Kameras“ zu kommen und die Botschaft von „Nuklearia“ zu transportieren: Kernenergie sei umweltverträglich, zuverlässig und wirtschaftlich. Dass man mit dieser Botschaft auf Grünen-Parteichef Banaszak zielt, liegt an der Auffassung des Vereins, dass diese Partei für den Atomausstieg Deutschlands maßgebend gewesen sei. Und daraus eine Krise resultierte. „Die Energieversorgung wurde ruiniert“, meint „Nuklearia“-Sprecher Klute. Ziel von Protestaktionen wie der am Bundestag sei es, eine Wiedereinführung von Kernkraft politisch anzustoßen.
Damit die Veranstaltung in geregelten Bahnen abläuft, stünden die Berliner Polizei und das ARD-Hauptstadtstudio im Austausch, hieß es am Sonnabend aus beiden Presseabteilungen. Laut Berliner Polizei seien zwei Kundgebungen für Sonntag angemeldet worden. Besondere Vorkehrungen sollen verhindern, dass es erneut zu ungewollten Unterbrechungen während der Sendung kommt.

ARD will aus Problemen bei AfD-Interview Schlüsse ziehen
Einen Ortswechsel für die Aufzeichnung des Gesprächs, um Störungen durch Lärm zu entgehen, wird offenbar nicht diskutiert. Das ARD-Sommerinterview solle am Sonntag wie gewohnt auf der Terrasse des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses stattfinden, heiß es.
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„Wir haben uns mit dem Sommerinterview vom 20.7. intensiv beschäftigt und unsere Schlüsse gezogen. So haben wir unser Sicherheitskonzept überprüft, stehen im engen Austausch mit den zuständigen Sicherheitsbehörden und haben technische sowie redaktionelle Vorkehrungen getroffen, um ein störungsfreies Sommerinterview führen zu können“, teilte eine ARD-Sprecherin auf Anfrage mit. Aus Sicherheitsgründen wolle man darauf verzichten, weitere Details zu nennen.




