Sie ist eine der wichtigsten Personen im Komplex um den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein: seine langjährige Partnerin und Zuhälterin Ghislaine Maxwell. 2022 wegen ihrer Beteiligung an Epsteins Sexualdelikten zu 20 Jahren Haft verurteilt, sitzt sie aktuell in einem Gefängnis in Florida in Haft. Nun könnte sie von US-Präsident Donald Trump begnadigt werden – und vor dem US-Kongress zu ihrer Verbindung mit Epstein aussagen. Auch dazu, inwieweit Trump möglicherweise in dessen Taten verwickelt war.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Nun hat die Familie des gestorbenen Epstein-Opfers Virginia Giuffre Trump darum gebeten, Maxwell nicht zu begnadigen. „Ghislaine Maxwell ist ein Monster, das es verdient, für den Rest ihres Lebens im Gefängnis zu verrotten“, teilte Giuffres Familie in einer Erklärung mit, wie die BBC berichtet. Zudem stellten sie Trumps Äußerung infrage, Epstein habe „Leute abgeworben, die für ihn arbeiteten“, darunter Giuffre, die einst Angestellte des Präsidenten im Golfclub Mar-a-Lago in Florida war.
Trump und Epstein waren in den 1990er- und frühen 2000er-Jahren eng befreundet, bevor sie sich zerstritten. Laut Trump war der Grund dafür, dass dieser Mitarbeiterinnen aus Trumps Strandclub Mar-a-Lago „gestohlen“ habe – darunter Giuffre. „Ich glaube, sie hat im Spa gearbeitet,“ sagte Trump zu Journalisten. „Ich glaube, das war eine der Personen. Er hat sie gestohlen.“ Nach Medienberichten war bereits länger bekannt, dass Giuffre im Umkleidebereich von Trumps Club arbeitete. Maxwell soll sie mit Epstein in Kontakt gebracht haben.
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Giuffres Familienmitglieder zeigten sich von Trumps Aussagen schockiert: Sie „möchten klarstellen“, dass ihre Schwester während ihrer Zeit als Mitarbeiterin von Trump von Maxwell „missbraucht“ wurde. Sie sagten, dies sei im Jahr 2000 gewesen, vier Jahre bevor es angeblich zum Zerwürfnis zwischen Trump und Epstein kam. Damit steht auch im Raum, dass er von Epsteins Taten wusste und diese gar unterstützt hat.
Familie Giufffre kritisierte zudem die Bundesanwälte, die Maxwell im Gefängnis in Florida besuchten. Demnach sei sie bereits wegen Falschaussage verurteilt worden. „Sie war ein Raubtier, das nur an sich selbst dachte und gewissenlos das Leben von Mädchen und jungen Frauen zerstörte“, sagte Giuffres Familie. „Virginia hat immer gesagt, dass Ghislaine Maxwell bösartig war und oft grausamer sein konnte als Epstein.“
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Zudem sei ihr Leiden auch weitergegangen, als sie als Zeugin bei den Ermittlungen gegen Epstein und seine Mittäter half: „Sie musste Morddrohungen ertragen, Drohungen gegen das Leben ihrer Kinder und ihrer Familie, sie wurde finanziell ruiniert und ihr körperliches und geistiges Wohlbefinden wurde zerstört“, hieß es von der Familie. Ihnen zufolge muss Maxwell „im Gefängnis bleiben – alles andere würde als eine der größten Justizfarce in die Geschichte eingehen.“
Mehr zum Fall Epstein
Trump gerät im Fall Epstein zunehmend unter Druck im eigenen Lager, da seine Regierung nicht wie versprochen Licht in den Skandal bringt. Viele Zusammenhänge um den Missbrauchsring und inwieweit Trump in ihn verwickelt war, sind bis heute unklar – Epstein selbst hatte 2019 noch vor Beginn eines Prozesses gegen ihn im Gefängnis Suizid begangen. Nun wird sich viel von einer möglichen Aussage Maxwells erhofft – doch die stellt Bedingungen, wie etwa Immunität vor Strafverfolgung.
jst/FMG









