Hat sie ein Ass im Ärmel? Für jemanden, der für 20 Jahre wegen Sex-Handels mit Minderjährigen im Gefängnis sitzt, pokert Ghislaine Maxwell ziemlich hoch.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Die Komplizin von Donald Trumps Ex-Party-Freund Jeffrey Epstein wittert nach dem inhaltlich bis heute unter Verschluss gehaltenen Sondierungsgespräch mit US-Vize-Justizminister Todd Blanche vor einer Woche in Tallahassee/Florida offenbar gestiegene Chancen für eine Begnadigung durch Präsident Trump.
Sollte es so kommen, bieten Maxwells Anwälte jetzt in einem Brief an den Aufsichtsausschuss des US-Repräsentantenhauses an, wäre Maxwell bereit, „offen und ehrlich” vor dem Parlament auszusagen.
Bedingungen erfüllen - sonst Aussageverweigerung
Hintergrund ist eine entsprechende Vorladung für den 11. August durch den republikanischen Vorsitzenden James Comer. Hier signalisiert Maxwell nur unter hohen, Insider sagen „völlig inakzeptablen”, Voraussetzungen Kooperationsbereitschaft. Sollten sie nicht erfüllt werden, würde sie sich ganz verweigern oder sich auf das im Fünften Verfassungszusatz niedergelegte Zeugnisverweigerungsrecht in eigener Sache berufen.

Zu den Bedingungen für eine Befragung durch die Abgeordneten gehört zuvorderst, dass ihr Immunität vor weiteren Strafverfahren gewährt wird. Außerdem müssen die Fragen vorher schriftlich eingereicht werden; Überraschungsfragen während der Sitzung sind verboten. Das Ganze dürfe erst nach Abschluss ihres laufenden Berufungsverfahrens vor dem Obersten Gerichtshof stattfinden.
Ob ihr Fall dort überhaupt angenommen wird, entscheidet sich voraussichtlich nicht vor Oktober. Außerdem besteht Maxwell darauf, dass sie außerhalb der Gefängnismauern in Florida vernommen wird.
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Die vielen Auflagen, die die Gefangene geltend macht, der immenses Herrschaftswissen auch über die Beziehung Trumps zu Epstein attestiert wird, kommen nicht gut an. Vor allem das Verlangen nach strafrechtlicher Immunität komme nicht in Betracht, hieß es am Dienstag aus Ausschusskreisen.
Republikanische Abgeordnete fürchten sonst massive Repressalien ihrer Wähler. Maxwell wurde verurteilt, weil sie die sexuelle Ausbeutung Dutzender junger Frauen über Jahre orchestriert und sich zusammen mit Epstein hautnah am Missbrauch beteiligt hatte.
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Ob Donald Trump die 63-Jährige, mit der er vor über 20 Jahren gesellschaftlich verkehrte, wie viele gemeinsame Fotos belegen, begnadigen wird, ist offen. Der Präsident betonte zuletzt mehrfach, er sei dazu grundsätzlich autorisiert, habe sich aber mit dem Fall bisher nicht beschäftigt. In Maga-Kreisen seiner Wählerbasis würde ein Entgegenkommen für Maxwell Trumps Zustimmungswerte brutal in den Keller führen.








