In Washington vom Volk gewählter republikanischer Abgeordneter unter Donald Trump zu sein, ist ein hartes Brot. Der Präsident hält das Parlament, um mal kurz mit Gerhard Schröder zu sprechen, für Gedöns.

Wer nicht nach seiner Pfeife tanzt, wird öffentlich gedemütigt oder gleich mit einem willfährigen Gegenkandidaten bei der nächsten Wahl bedacht.

Dieser Despoten-Mechanismus führt, wie am Dienstag geschehen, zu einer erschreckenden Selbst-Verzwergung der laut Verfassung unverzichtbaren Säule der US-Demokratie.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Aus Angst, Trumps Kalkül im Umgang mit der für ihn schleichend bedrohlicher werdenden Epstein-Affäre in die Quere zu kommen, hat Mike Johnson, der Sprecher des Repräsentantenhauses, die gesetzgebende Versammlung vorzeitig in die Sommerpause geschickt.

President Trump Signs Tax Bill At The White House In WashingtonUS Präsident Trump unterschreibt das umstritten Steuergesetz "Big, Beautiful Bill"
Mike Johnson ist formal die Nr. 3 im Staat. Der Sprecher des Repräsentantenhauses in Washington lässt sich aber von der Nr. 1, Donald Trump, herumschubsen wie ein Schuljunge.© action press | CNP via ZUMA Press Wire / Zuma P

Vor September, das war der Zweck, wird es voraussichtlich keine Abstimmung darüber geben, ob die Ermittlungsakten zum Fall des verstorbenen Sexualstraftäters und ehemaligen Trump-Busenfreundes von Justizministerin Pam Bondi freigegeben werden müssen oder weiter unter Verschluss bleiben.

Johnsons Begründung, man wolle den Demokraten damit ein Instrument für politische Spielchen aus der Hand schlagen, ist verlogen. Viele konservative Abgeordnete werden in ihren Wahlkreisen demnächst regelrecht verhauen, weil sie wie Komplizen wirken.

Ghislaine Maxwell in Sexhandel-Prozess schuldig gesprochen

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    Nicht nur an der Maga-Basis brodelt es. Die Mehrheit der Amerikaner wittert eine Vertuschung zum Frommen Trumps und bisher unbekannter Promi-Dritter, die von Epsteins Handel mit jungen Frauen profitiert haben könnten.

    Mit jeder Veröffentlichung über die zwischenmenschlichen Sauereien, die auf sein Konto und das von Epstein gehen, sieht der Präsident der Vereinigten Staaten schlechter aus. Das wichtigste Amt der westlichen Welt ist schwer beschädigt. Und das Parlament schaut zu. Bitter.