Wer seine Erfolge infrage stellt, muss sich auf was gefasst machen. Als Donald Trump beim Nato-Gipfel in Den Haag zu spektakulären Medienberichten gefragt wird, die US-geheimdienstliche Zweifel an der Durchschlagskraft der jüngsten Bombenangriffe auf iranische Atomanlagen transportieren, verliert der amerikanische Präsident kurzzeitig die Nerven: „CNN ist Abschaum, MSNBC ist Abschaum, die New York Times ist Abschaum. Das sind schlechte Leute, die sind krank.”

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Mit der Berichterstattung zögen Medien einen „unglaublichen Erfolg” in den Schmutz, an dem „geniale Piloten” beteiligt gewesen seien. Er bleibe dabei: „Das Atomprogramm wurde komplett ausgelöscht.”
Wenige später vergleicht der 79-Jährige den Einsatz gegen die Atomanlagen Fordo, Natanz und Isfahan sogar mit dem Abwurf der Atombombe in Hiroshima und Nagasaki durch die USA. In beiden Fällen sei de facto ein Krieg beendet worden.
Die Prahlerei über sein Tun im Konflikt zwischen Iran und Israel verhindert nicht das politische Nachspiel, das sich am Donnerstag im Kongress in Washington abspielen wird. Im Streitkräfte-Ausschuss erwarten Senatoren beider Parteien klare Antworten nach dem durchgesickerten Bericht der „Defence Intelligence Agency” (DIA). Der geheimdienstliche Arm des US-Verteidigungsministeriums hatte erklärt, dass das iranische Atomprogramm bestenfalls um einige Monate zurückgeworfen worden sei – aber keinesfalls vollständig zerstört.

„Das kann am Ende schlimmer werden für uns, als es vor den Angriffen war”
Chris Murphy, demokratischer Senator aus Connecticut, ist konsterniert: „Wir haben dem Atomprogramm nicht den Todesstoß versetzt. Es ist beschädigt, aber grundsätzlich intakt. Das kann am Ende schlimmer werden für uns, als es vor den Angriffen war.”
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Wie Murphy so erwartet auch sein Parteikollege Pat Ryan aus New York, dass der Iran seine Bemühungen, eine Nuklearwaffe herzustellen, enorm beschleunigen wird, weil das Mullah-Regime nur so überleben könne. Dazu würden mutmaßlich vor den Bombenangriffen in Sicherheit gebrachte Uran-Vorräte benutzt.
Ryan hat als Soldat Kampfeinsätze im Irak und in Afghanistan absolviert. Als Mitglied im Streitkräfteausschuss des Repräsentantenhauses sagt er: „Ein fünffacher Wehrdienst-Verweigerer-Präsident hat über den Ausgang einer militärischen Operation gelogen, um stark zu wirken. Das schafft Unsicherheit für jeden Amerikaner.”
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Auch bei den Republikanern rumort es. Der Abgeordnete Thomas Massie beklagt, dass ein spezielles Briefing über den Iran-Einsatz ohne Angabe von Gründen abgesagt wurde – ohne neuen Termin. Massie: „Was zum Teufel?” Sein Kollege Michael McCaul versuchte unterdessen, die Aussage Trumps, wonach das iranische Atomprogramm rückstandslos beseitigt sei, zu relativieren. „Es ging nie darum, die Anlagen komplett zu zerstören, sondern durch substanzielle Schäden einen zeitlich befristeten Rückschlag zu erzielen.”
Trump spricht seinem eigenen Militärgeheimdienst, wie auch der obersten Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard, weiter die Kompetenz ab, über das Ausmaß der Schäden urteilen zu können. Er vertraue auf die Expertise der Israelis, die noch ausstehe. Ein IDF-Armeesprecher sagte: „Wir haben das Atomprogramm schwer beschädigt und um Jahre zurückgeworfen.” Von „totaler Auslöschung”, wie Trump behauptet, war keine Rede.





