Russland hat den Angriff der USA auf iranische Atomanlagen scharf verurteilt. „Diese absolut grundlose Aggression gegen den Iran hat keine Grundlage oder Rechtfertigung“, sagte Russlands Präsident Wladimir Putin beim Treffen mit dem iranischen Außenminister Abbas Araqchi in Richtung der USA. „Wir haben langjährige, gute und verlässliche Beziehungen zum Iran“, merkte Putin an. Araqchi war am Montag nach Moskau gereist, um Putin um mehr Hilfe zu bitten. Die wird er aber allenfalls diplomatisch bekommen. Der Iran und Russland koordinierten ihre Positionen zur aktuellen Eskalation im Nahen Osten, so die Nachrichtenagentur TASS unter Berufung auf Araqchi.

Wladimir Putin ist in der Zwickmühle: Zum Partnerland Iran zu stehen, gegen US-Präsident Donald Trump? Verärgern möchte man den US-Präsidenten auf keinen Fall. Man hofft auf Unterstützung in Sachen Ukraine. Man hofft auf ein Ende des Krieges – zu russischen Bedingungen. Trump könnte die Hilfe für die Ukraine einstellen oder zumindest reduzieren – oder eben auch nicht.
Andererseits: Der Iran ist Partner Moskaus, militärisch und auch in Sachen Atom arbeitet man zusammen. Aus dem Iran kamen etwa Shahed-Drohnen für den Einsatz gegen die Ukraine. Umgekehrt hat der Iran Interesse an russischen Kampfflugzeugen, Hubschraubern und Luftverteidigungssystemen. Gemäß der „New York Times“ habe Russland mit der Lieferung von modernen Radaranlagen und Ausrüstung zur Luftraumverteidigung an den Iran begonnen. Iranische Beamte hätten entsprechende Berichte iranischer Medien bestätigt.

Putin behauptet: Iran wollte Atomprogramm für friedliche Zwecke nutzen
Entsprechend ausbalanciert waren die Reaktionen aus Moskau auf Trumps Bombenangriff. Außenminister Sergej Lawrow verurteilte klar den Angriff als völkerrechtswidrig, sagte aber auch: „Die Folgen dieser Aktion, einschließlich möglicher radioaktiver Auswirkungen, sind noch ungewiss. Es ist jedoch bereits jetzt klar, dass eine gefährliche Eskalation im Gange ist, die die Sicherheit in der Region und weltweit weiter zu destabilisieren droht.“ Und Putin betonte, der Iran habe ein Recht ein ziviles Atomprogramm zu entwickeln und Nukleartechnologie für friedliche Zwecke zu nutzen.
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Ob nun zivil oder militärisch: Am iranischen Atomprogramm ist Russland längst schon beteiligt. Im Kernkraftwerk Bushehr, 780 Kilometer südlich der Hauptstadt Teheran laufen Reaktoren russischer Bauart. Bereits seit 1995 unterstützt Russland den Bau und den Betrieb des Kraftwerks, aus den verbrauchten Brennstäben dieses Reaktortyps könnte theoretisch waffenfähiges Plutonium gewonnen werden.
Kernkraftwerk Bushehr soll mit russischer Hilfe erweitert werden
Russland hatte deshalb die Rücknahme dieser Brennstäbe zugesagt. Dass Bushehr tatsächlich dem Bombenbau dient, dafür gibt es aber keine Beweise. Weder Israel noch die USA haben Bushehr angegriffen, jetzt soll die Anlage erweitert werden – wiederum mit russischer Hilfe. Zwei weitere Blöcke seien geplant, 200 russische Spezialisten seien vor Ort, zitiert die Nachrichtenagentur Ria Nowosti den russischen Präsidenten.
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Gute Beziehungen zum Iran also, Putin muss aber auch Donald Trump bei Laune halten. So endete das Gespräch in Moskau „eher allgemein gehalten“ und „ohne konkrete Aussagen und unmittelbare Ergebnisse“, wie zuvor bereits Fjodor Lukjanow, der renommierte Chefredakteur der Zeitschrift ‚Russland in globalen Angelegenheiten‘, vermutet hatte.





