Sein Name ist apokalyptisch, genau wie das Szenario seiner Einsätze: Das sogenannte „Weltuntergangsflugzeug“ („Doomsday Aircraft“) wäre im Fall eines Angriffes auf die USA einer der letzten Rückzugsorte der Trump-Regierung und führender Militärs. Entwickelt wurde es als Kommandozentrale für Krisenfälle. Selbst wenn die USA von Atomwaffen getroffen werden würde: Die Streitkräfte blieben handlungsfähig. So jedenfalls die Theorie.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Nun rückt der „Doomsday“-Flieger einmal mehr in den Fokus – infolge des Kriegs zwischen Israel und dem Iran. Das erklärte Ziel der Israelis ist die Zerstörung des iranischen Atomprogramms. Doch Israel fehlt es an Bomben, die die unterirdischen Atomanlagen des Irans beschädigen können. Würde Trump die Bomben und die dazugehörigen Bomber zur Verfügung stellen, wäre die USA Kriegspartei – und würde damit ins Visier der Mullahs in Teheran geraten. In diesem Fall könnte das „Weltuntergangsflugzeug“ zum Einsatz kommen.
Tatsächlich ist eine der insgesamt vier „Nightwatch“-Maschinen in den vergangenen Tagen auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Andrews unweit von Washington, D.C., gelandet, berichtet das US-Magazin „Newsweek“.

Weltuntergangsflugzeug der USA: Das ist die E-4B Nightwatch
- Modellbasis: Boeing 747-200B
- Funktion: National Airborne Operations Center (NAOC), fliegendes Gefechtsführungszentrum der USA
- Länge: ca. 70,5 Meter
- Spannweite: ca. 59,6 Meter
- Reichweite: ca. 11.000 km, luftbetankungsfähig
- Schutzsysteme: gehärtet gegen elektromagnetische Impulse (EMP)
- Führungsfähigkeit: Steuerung konventioneller und nuklearer Streitkräfte
- Energieversorgung: autark durch zusätzliche Generatoren
- Crew: rund 60 bis 112 Personen je nach Mission
- In Dienst seit: 1974 (aktuelle Version E-4B)
- Gebaute Einheiten: 4
„Weltuntergangsflugzeug“ in Washington: Spekulationen über US-Intervention im Iran
Die Ankunft in Washington befeuert Spekulationen über ein mögliches Eingreifen der USA in den Krieg. Manch einer deutet die Flugbewegung als ein Zeichen der Abschreckung. Denn diesem Kalkül entspricht die gesamte Entwicklung des Fliegers. Feindlichen Staaten, zu Zeiten des Kalten Krieges vor allem der Sowjetunion, sollte signalisiert werden: Selbst ein atomarer Erstschlag auf die USA bliebe nicht unbeantwortet.
Das gilt auch mit Blick auf Teheran: Zwar haben die Iraner keine Raketen, die Washington erreichen könnten, denkbar wären aber durchaus Terroranschläge. Zuletzt kam das Flugzeug in Folge der Terroranschläge am 11. September 2001 zum Einsatz.
Es gilt aber als eher unwahrscheinlich, dass der Washington-Trip der Maschine tatsächlich ein bewusstes Signal der Trump-Administration an die Mullahs ist. Die Flugbewegungen sind Routine. Um die vier Flieger in Bereitschaft zu halten, werden sie regelmäßig bewegt – sogar mehrmals die Woche.
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„Nightwatch“-Maschinen operieren autark und widerstehen elektromagnetischen Impulsen
Das hervorstechendste Merkmal der vier „Nightwatch“-Maschinen: Sie könnten nahezu unbegrenzt als fliegende Schaltzentrale operieren. Dafür sorgt ihre Luftbetankungsfähigkeit. Hinzu kommt: Die „Doomsday“-Flugzeuge sind darauf ausgelegt, den Auswirkungen eines starken elektromagnetischen Impulses zu widerstehen. Ein solch hochenergetisches Feld entsteht durch die statische Aufladung infolge einer Nukleardetonation. Es zerstört sämtliche auf elektronische Datenübertragung basierenden Systeme, also praktisch jede Computersteuerung.

Aktuell mehren sich die Zeichen, dass die „Nightwatch“-Flieger zumindest vorläufig am Boden bleiben können: In den kommenden Tagen wollen Trump und mit ihm die europäischen Staaten einen weiteren Versuch unternehmen, im Nahostkonflikt zu einem Atom-Deal zu finden. Der drohende „Weltuntergang“ also ist zumindest aufgeschoben.
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