Zum ersten Mal hat der britische Auslandsgeheimdienst MI6 eine Frau als Vorsitzende. Blaise Metreweli ist am Montag als neue Chefin des Secret Intelligence Service – Spitzname „C“ – ernannt worden. Die Promotion kommt zu einem kritischen Zeitpunkt, wie Außenminister David Lammy sagte. In einer Zeit der „globalen Instabilität und neuer Sicherheitsbedrohungen“ sei es die Aufgabe der neuen Chefin, für die Sicherheit Großbritanniens zu Hause und im Ausland zu sorgen. Sie wird den Posten im Oktober antreten.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Die 47-jährige Metreweli – ihr Name ist georgischer Herkunft – ist derzeit Technologiechefin bei MI6. Umgangssprachlich ist sie als „Q“ bekannt, eine Anspielung auf das Technik-Genie der James-Bond-Filme, der den Agenten jeweils mit allerhand ausgetüftelten Geräten versorgt. Zuvor war sie im Nahen Osten und in Europa stationiert. Vor drei Jahren, als sie bereits die Technologie-Abteilung leitete, wurde sie von der Financial Times interviewt – anonym natürlich. Der MI6-Vorsitzende ist jeweils das einzige namentlich genannte Mitglied des Nachrichtendiensts. Sie sagte damals, dass die Spionage „der einzige Job war, den ich jemals wollte.“ Bereits als kleines Mädchen habe sie mit Freunden per Freimaurer-Alphabet kommuniziert – eine Geheimsprache, bei der Buchstaben durch Zahlen ersetzt werden.
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Von Cambridge in den Geheimdienst: Metrewelis Weg zur MI6-Chefin
Metreweli studierte Anthropologie an der Universität Cambridge. Als sie sich danach um einen Job im Außenministerium bewarb, sagte man ihr, dass sie wohl im Geheimdienst besser aufgehoben sei. In ihrer 26-jährigen Karriere als Spionin arbeitete sie eine Zeit lang für MI5, also den Inlandsgeheimdienst, wo sie sich vor allem mit der Gefahr durch feindliche Staaten beschäftigte, darunter Russland, China und Iran. Ein weiterer Schwerpunkt zu Beginn ihrer Karriere war Nukleartechnologie und die Nichtverbreitung von Atomwaffen. Nach eigener Aussage ist sie ein richtiger „Geek“, also ein Technikfreak.

In ihrem neuen Job wird sie viel zu tun haben. Ihr Vorgänger, Noch-MI6-Chef Richard Moore, sagte im November, dass er in seinen fast vier Jahrzehnten im Geheimdienst „die Welt noch nie in einem so gefährlichen Zustand“ gesehen habe – eine Einschätzung, an der sich seither nichts geändert haben dürfte.
Mit Metrewelis Promotion schließt die Wirklichkeit zur James-Bond-Fiktion auf
Eine ihrer wichtigsten Aufgaben wird auch die Beziehungspflege mit den USA sein. Bislang war die US-amerikanische CIA die wichtigste Partnerbehörde des britischen Geheimdiensts. Aber seit der zweiten Trump-Präsidentschaft gehen die Sicherheitsinteressen des atlantischen Partners in eine andere Richtung. Nichtsdestotrotz sagt Metreweli, sie freue sich auf den neuen Job.

Übrigens: Mit ihrer Promotion schließt die Wirklichkeit zur James-Bond-Fiktion auf. Großbritanniens berühmtester Spion hatte bereits vor dreißig Jahren, im Film „Golden Eye“, erstmals eine weibliche Chefin, gespielt von Judi Dench.







