Es ist eine Premiere: Friedrich Merz wird bei seiner Reise zum G7-Gipfel in den kanadischen Rocky Mountains von seiner Ehefrau Charlotte Merz begleitet. Es ist nicht das erste Mal, dass die Richterin ihren Mann begleitet – sie war bereits in Rom bei der Amtseinführung des neuen Papstes dabei. Doch dies ist der erste Auftritt der deutschen Kanzlergattin bei einem internationalen Gipfel. Und es ist ein Signal.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Das Partner-Programm beim G7-Gipfel sieht aus wie ein kanadischer Outdoor-Werbefilm – und dürfte Charlotte Merz, die gerne draußen unterwegs ist, gut gefallen: Es gibt Gipfeltouren, eine Wanderung über den „Troll Falls Trail“, ein Picknick und immer wieder spektakuläre Aussichten. In einer Korbflechterei zeigen indigene Handwerker den G7-Ehepartnern ihre Kunst.
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Merz: Dieses Signal ist für ihn wichtig
Das alles klingt wie Gipfel-Folklore – ist aber vor allem eine Erinnerung an die ursprüngliche Idee hinter dem internationalen Format: Die Regierungschefs und -chefinnen der wichtigsten Industrienationen treffen sich in halb privater Atmosphäre, um den Zusammenhalt des Westens mit familiärem Leben zu füllen. In Zeiten von Donald Trump ist davon nicht viel übrig. Umso wichtiger ist für Merz dieses Signal. Die Botschaft: Wir halten an der Tradition fest.
Ob es hilft? Vor sieben Jahren ließ der US-Präsident einen G7-Gipfel in Kanada spektakulär scheitern, indem er kurz nach dem Ende die Zustimmung zur Abschlusserklärung zurückzog. Diesmal soll es erst gar keine gemeinsame Erklärung geben – allenfalls einzelne Communiqués.

Merz hofft vor allem auf eine Einigung zur Eskalation zwischen Israel und Iran: Die G7-Staaten, so Merz, sollten mindestens zwei Ziele gemeinsam festhalten: Der Iran soll niemals die Atombombe bauen können – und Israels Existenzrecht steht nicht infrage. Es ist ein Minimalkonsens – aber viel mehr ist womöglich nicht zu erreichen.
G7-Gipfel: Das erwartet Merz
Mit Blick auf Russlands Krieg in der Ukraine hofft Merz auf „ein Zeichen größtmöglicher Geschlossenheit“. Es brauche zusätzlichen Druck. Die G7-Partner sollten dazu kommen, neue Maßnahmen zu beschließen. Zudem will Merz eine „klare Perspektive im Zollstreit“ erreichen. Vor Beginn des Gipfeltreffens am Montagmorgen (Ortszeit) wollten Merz und Trump zu einem bilateralen Gespräch zusammenkommen: Es ist Merz‘ zweite persönliche Begegnung mit dem US-Präsidenten.
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Merz steht ein Marathon mit etlichen bilateralen Treffen und Gruppenrunden bevor. Nicht nur mit Trump und den anderen G7-Partnern, sondern auch mit den vielen Gästen – darunter Nato-Generalsekretär Mark Rutte, der ukrainische Präsident Selensykj und die Staats- und Regierungschefs von Südafrika, Brasilien und Indien.
Charlotte Merz ist in guter Gesellschaft
Seine Frau trifft unterdessen auf die Ehepartner einiger Gipfelteilnehmer – darunter die Frau des kanadischen Premierministers, Diana Fox Carney, die Frau des japanischen Regierungschefs, Yoshiko Ishiba, und Heiko von der Leyen, Ehemann der EU-Kommissionspräsidentin. Melania Trump und Brigitte Macron, die beiden Ehefrauen der Präsidenten der USA und Frankreichs, sind bislang nicht angekündigt.
Charlotte Merz ist Direktorin am Arnsberger Amtsgericht und hat entschieden, weiter in ihrem Beruf zu arbeiten. Bis auf wenige Ausnahmen ist sie daher bislang im Hintergrund geblieben: Bei der Kanzlerwahl allerdings saß die 64-Jährige mit ihren Töchtern, der Chirurgin Constanze Merz und der Anwältin Carola Clüsener auf der Zuschauertribüne. Zum Gipfel in Kanada, so heißt es, sei sie gerne mitgekommen.






![Friedrich Merz (CDU) und Bärbel Bas (SPD) im Juni im Bundeskanzleramt. Pressekonferenz [press conference] nach der ?bergabe des Berichts der Altersicherungskommission zur Rentenreform in Berlin](https://img.sparknews.funkemedien.de/413277497/413277497_1790592399_v16_9_1200.jpeg)



