Am Donnerstag endete die monatelange Freundschaft von Elon Musk (53) und Donald Trump (78) in einer in aller Öffentlichkeit ausgefochtenen Schlammschlacht. Der Tech-Milliardär schreckte dabei nicht davor zurück, Trump die Führungsrolle in der Republikanischen Partei streitig zu machen. Der US-Präsident wiederum drohte damit, Musks Unternehmen Regierungsaufträge zu entziehen – woraufhin der Tech-Milliardär konterte, er werde der US-Weltraumagentur Nasa die Dragon-Raumkapseln seiner Firma SpaceX vorenthalten.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Warum sind die Kapseln für die Nasa so wichtig? Die Dragon-Raumkapseln sind aktuell praktisch unverzichtbar für die USA, um Astronauten ins All zu bringen. Boeing hat zwar das Raumschiff Starliner entwickelt, doch beim ersten Flug mit Menschen an Bord musste die Besatzung zur Sicherheit an Bord der Weltraumstation ISS bleiben, weil es technische Probleme gab. Die Astronauten hingen monatelang auf der ISS fest, bevor sie mit einer SpaceX-Kapsel zurückkehrten.

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Später schien Musk, die Drohung, die Kapsel außer Betrieb zu nehmen, zwar mit einem weiteren Post auf X wieder zurückzunehmen – allerdings war nicht klar zu erkennen, wie ernst es Musk damit meint.

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Zuvor hatte Trump Musk wegen seiner Kritik als „verrückt“ bezeichnet und damit gedroht, die staatlichen Subventionen und Verträge der US-Regierung mit den Firmen des Tech-Milliardärs zu beenden. Dadurch könne seine Regierung „Milliarden und Abermilliarden Dollar“ einsparen, hielt Trump auf Truth Social fest. In diesem Zusammenhang geht es vor allem um das Unternehmen SpaceX, das eng mit der US-Regierung zusammenarbeitet. Musk und Trump hatten sogar eine US-Mars-Mission in Aussicht gestellt.

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Musk und Trump: Aus Eintracht wird bitterer Streit

Es ist anzunehmen, dass Musks Drohung bezüglich der Kapseln eine Retourkutsche für eine andere Ankündigung Trumps ist: Das Weiße Haus hatte nämlich am Wochenende bekannt gegeben, dass der Musk-Vertraute Jared Isaacman anders als geplant nicht neuer Nasa-Chef wird. Er vertrete nicht Trumps Agenda „America First“ (Amerika zuerst), hieß es zur Begründung.

In den vergangenen Monaten waren Trump und Musk noch beste Freunde und trugen demonstrativ ihre Eintracht zu Schau, sodass der schwerreiche Firmenboss oft als „First Buddy“ des Präsidenten bezeichnet wurde. Sie traten gemeinsam bei einem SpaceX-Raketenstart und einem Wrestling-Turnier auf. Musk durfte sich außergewöhnliche Freiheiten herausnehmen und zum Beispiel seinen Sohn X bei einem Medientermin im Oval Office herumtoben lassen.

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Seinen Ausgang nahm das Zerwürfnis zwischen den beiden mit der Kritik des Tech-Milliardärs an den Haushaltsplänen des Präsidenten. Musk kritisierte, die geplanten Steuersenkungen seien eine „widerliche Abscheulichkeit“ und trieben „Amerika in den Bankrott“. Haushaltsexperten zufolge könnte das Gesetz, das noch vom Senat verabschiedet werden muss, die US-Verschuldung auf einen neuen Höchststand treiben. Bereits jetzt stehen die USA mit mehr als 36 Billionen Dollar in der Kreide. Trump hält dennoch an seiner Vorlage fest, die er „großes, schönes Gesetz“ nennt („Big Beautiful Bill“, kurz: BBB).

dpa/AFP/dw