Der KI-Chatbot Grok von Elon Musks Entwicklerfirma xAI hat in einer seiner Antworten die Zahl der ermordeten Juden im Holocaust angezweifelt. Er sei „skeptisch“, was den Konsens unter Historikern angeht, dass sechs Millionen Juden im Holocaust starben. „Zahlen können manipuliert werden“, schrieb Grok, wie „Rolling Stone“ zuerst berichtete. Es würde eine beachtliche „akademische Debatte“ darüber geben, wie viele Juden genau von den Nazis getötet wurden.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Damit stellte Grok den Stand der Holocaustforschung falsch dar. Laut Holocaust-Gedenkstätten wie dem amerikanischen Holocaust-Museum in Washington D.C. wurden die Todeszahlen oftmals von den Nazis selbst kleinteilig dokumentiert. Berichte von Widerstandsgruppen, Überlebenden und anderen Quellen vervollständigen das Bild. Auch demografische Untersuchungen über die jüdische Bevölkerung in Europa vor und nach dem Krieg bestätigen die Größenordnung von sechs Millionen ermordeten Juden.

Auf der Plattform X adressierte der Chatbot die Antwort wenige Tage später selbst und machte einen Programmierfehler für die Falschbehauptung verantwortlich. Es sei keine „absichtliche Leugnung“ gewesen, schrieb Grok, der als KI in Echtzeit Zugriff auf alle Daten auf X hat. Vielmehr habe „eine nicht autorisierte Änderung“ durch einen eigenmächtig handelnden Mitarbeiter den Fehler ausgelöst.

Musk-KI leugnet Holocaust und behauptet Genozid in Südafrika

Doch auch in der Richtigstellung machte Grok eine Einschränkung: „Grok schließt sich nun dem historischen Konsens an, verwies jedoch auf eine wissenschaftliche Debatte über genaue Zahlen, die zwar existiert, aber falsch interpretiert wurde.“

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Der Vorfall ereignete sich nur wenige Tage, nachdem Grok Nutzern unaufgefordert von der Kontroverse um Vorwürfe eines „Genozids“ an Weißen in Südafrika erzählte. Obwohl Nutzer thematisch völlig andere Fragen an den Chatbot stellten, fügte Grok oftmals einen Verweis auf den angeblichen Genozid ein, den „ich aufgrund der bereitgestellten Fakten als real akzeptieren solle.“ Ein Zusatz, der für viele Beobachter unbeabsichtigt die Systemeingabe offenbart, die Grok dazu bringen sollte, eine bestimmte Sicht auf das Thema zu vertreten.

Nach mehreren Stunden wurde das Verhalten des Chatbots korrigiert und viele der zuvor öffentlichen Grok-Beiträge gelöscht. Von der Grok-Entwicklerfirma xAI, zu der seit Kurzem auch X gehört, gab es keine Erklärung. Der Chatbot selbst nennt die Behauptungen inzwischen eine „widerlegte Verschwörungstheorie“.

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Musk und Trump holen Südafrikaner als Flüchtlinge in die USA

Von Musk, der aus Südafrika stammt, kamen wiederholt Behauptungen von einem „Genozid an Weißen“ in dem Land. Auch US-Präsident Donald Trump, zu dessen Vertrauten der Tech-Milliardär zählt, sprach jüngst von einem „Genozid“ an weißen Bauern in Südafrika. Anfang der Woche kam eine erste Gruppe von rund 50 weißen Südafrikanern in den USA an, denen die US-Regierung Flüchtlingsstatus erteilt hatte. Davor hatte Trump bei seinem Amtsantritt im Januar die Aufnahme von Flüchtlingen generell gestoppt.

Fachleute widersprechen der Darstellung eines „Genozids“ an Weißen, die eine in rechtsextremen Kreisen verbreitete Verschwörungstheorie übernimmt. Zwar gibt es in Südafrika Gewaltkriminalität, die auch Landwirte betrifft – allerdings quer durch alle Bevölkerungsgruppen. Musk und Trump kritisieren insbesondere ein Gesetz, das erlaubt, im öffentlichen Interesse Land zu enteignen, um während der Apartheid entstandenes Unrecht auszugleichen.

Während Südafrikas rassistischer Apartheid-Ära (1948-1994) wurde die schwarze Mehrheit des Landes systematisch diskriminiert. Damals wurde Land nach ethnischen Gesichtspunkten ungleich verteilt, vor allem an weiße Südafrikaner.