Es war eine Art Speed-Dating: Gerade mal 15 Minuten gönnte US-Präsident Donald Trump seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj. Sitzend auf zwei Stühlen im römischen Petersdom, am Rand der Beerdigung von Papst Franziskus. Ein zweites Gespräch war geplant, hieß es. Es fand nicht statt.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Am Freitag zuvor hatte Trumps Sondergesandter Steve Witkoff drei Stunden mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin verhandelt. „Dieses Gespräch ermöglichte es uns, die Positionen Russlands und der Vereinigten Staaten nicht nur in Bezug auf die Ukraine, sondern auch in einer Reihe anderer internationaler Fragen weiter anzunähern“, sagte Präsidentenberater Juri Uschakow. Laut Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sei die russische Seite bereit, „den Verhandlungsprozess mit der Ukraine ohne Vorbedingungen wieder aufzunehmen.“

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„Wir haben viel unter vier Augen besprochen“, betonte Selenskyj nach den 15 Minuten mit Trump. Es sei ein „sehr symbolisches Treffen“ gewesen, es hätte das Potenzial „historisch zu werden, wenn wir gemeinsame Ergebnisse erzielen.“ Doch Trumps Friedensplan scheint festzustehen.

Papst Franziskus gestorben - Beisetzung
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (links) und US-Präsident Donald Trump redeten im Rahmen der Beerdigung von Papst Franziskus im Vatikan miteinander.© Uncredited/Ukrainian Presidentia | Uncredited

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Er enthält, zur Zufriedenheit Putins, wesentliche Forderungen Russlands: Gebietsabtretungen in der Ostukraine, die Krim wird russisch, keine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine. Laut einem Bericht der „New York Times“ arbeitet Selenskyj an einem Kompromissvorschlag. Man bestehe nicht mehr auf einen NATO-Beitritt, die bisherige Forderung, die Ukraine müsse alle besetzten Gebiete zurückerhalten, wird nicht mehr erhoben.

Trump: Rückgabe der Krim sei eine „lächerliche Forderung“

Ungeklärt bleibt die Frage nach möglichen Sicherheitsgarantien. Und ein Streitpunkt ist nach wie vor die Frage nach der Zukunft der Halbinsel Krim. „Die Ukraine hat nicht genügend Waffen, um mit Waffen die Kontrolle über die Halbinsel Krim zurückzuholen“, sagt Selenskyj.

Doch gebe es Möglichkeiten, dies mittels Sanktionen sowie ökonomischem und diplomatischem Druck zu erreichen. Dagegen Trump: „Die Krim wird bei Russland bleiben.“ Die Rückgabe sei eine „lächerliche Forderung.“

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Russland feiert die Rückeroberung von Kursk – die Ukraine dementiert

Wladimir Putin wähnt sich nicht nur, sondern ist wohl, tatsächlich auf der Siegerstraße. Demonstrativ feiert man die Rückeroberung der russischen Region Kursk. Dort waren ukrainische Truppen im August vergangenen Jahres einmarschiert. „Die Pläne des Kiewer Regimes (…) sind gescheitert“, sagt Russlands Generalstabschef Waleri Gerassimow. Und Putin gratulierte den Truppen zum „Sieg“. Der ukrainische Generalstab dementiert, nachprüfen kann man das alles nicht.

Siegessicher: Russlands Präsident Wladimir Putin.
Siegessicher: Russlands Präsident Wladimir Putin.© AFP | ALEXANDER KAZAKOV

Nach der Waffenruhe zu Ostern geht der Krieg in der Ukraine mit unverminderter Härte weiter. In der Nacht zum Sonntag wurde das Land nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe von 149 russischen Drohnen angegriffen worden. In der östlichen Region Dnipropetrowsk sei ein Mann in Pawlohrad getötet worden, teilte Gouverneur Serhij Lyssak mit. Ein 14-jähriges Mädchen sei verletzt worden.

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Noch zu Beginn von Trumps Amtszeit drohte der inzwischen entmachtete US-Sondergesandte Keith Kellogg: „Wir sagen Putin: ‚Du musst an den Verhandlungstisch kommen. Sonst geben wir den Ukrainern alles, was sie brauchen, um dich auf dem Schlachtfeld zu erledigen‘.“ Jetzt droht Trump lediglich mit neuen Bankensanktionen. Die könnte Putin verschmerzen, wenn sie überhaupt kommen.

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Ukraine – Keine Ruhe, kein Frieden
Im Krisenmodus