Es könnte ein Foto für die Geschichtsbücher sein: Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj sitzen im Eingangsbereich des Petersdoms auf rot gepolsterten Stühlen vor einem Bildnis, das Johannes, den Täufer zeigt. Die Szene hat etwas bizarr Intimes: zwei Männer, die Oberkörper zueinander gebeugt, im Zwiegespräch. Und es sieht aus, als höre Trump zu.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Es ist die erste Begegnung der beiden Präsidenten nach dem Eklat im Weißen Haus, als Trump und sein Vize-Präsident JD Vance Selenskyj vor der Weltöffentlichkeit erniedrigt hatten. Der ukrainische Präsident verließ das Weiße Haus damals wie ein geprügelter Hund.

Papst Franziskus gestorben - Beisetzung
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (r) und US-Präsident Donald Trump haben sich bei der Beerdigung von Papst Franziskus im Vatikan unterhalten.© Uncredited/Ukrainian Presidentia | Uncredited

Deshalb geht von der Szene am Rande der Beerdigung von Papst Franziskus ein Hoffnungsschimmer aus. Bisher hatte Trump dem Kriegstreiber im Kreml praktisch freie Hand gegeben. Er hatte das Opfer zum Täter gemacht, der Ukraine eine gehörige Mitschuld am Krieg im eigenen Land gegeben und Verständnis für den Machthunger des russischen Präsidenten erkennen lassen.

Trump wäre nicht Trump, wenn er seine Meinung nicht über Nacht ändern könnte

Auf dem Rückflug in die USA schlug er andere Töne an: Trump äußerte Zweifel an Putins Friedenswillen und drohte Russland mit Sanktionen. „Vielleicht will er den Krieg gar nicht beenden, sondern hält mich nur hin – und muss anders behandelt werden“, so Trump.

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Doch Vorsicht. Trump wäre nicht Trump, wenn sich das über Nacht nicht wieder ändern könnte. Und Putin wäre nicht Putin ließe er sich von einem Trump-Post beeindrucken.

Man darf die Kraft, die von 15-minütiger Beerdigungs-Diplomatie im Petersdom ausgeht, nicht überschätzen. Dass sie einen Wendepunkt auf dem Weg zum Frieden markiert, ist unwahrscheinlich. Aber sie war ein kleiner Schritt. Endlich in die richtige Richtung. Der verstorbene Papst hätte seine Freude daran gehabt.