Es waren zwei Nachrichten, die Schlag auf Schlag folgten: Zunächst gab der Elektroautobauer Tesla bekannt, dass seine Verkäufe im ersten Quartal 2025 weiter eingebrochen sind. Der Gewinn schrumpfte auf 409 Millionen Dollar und damit 71 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Nur etwa eine Stunde später verkündete der Unternehmenschef Elon Musk, dass er ab Mai deutlich weniger für die US-Regierung arbeiten werde und sich wieder um die Führung von Tesla kümmern will.

Montag, Mittwoch, Freitag

Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Wie viel an der Rückzugserklärung wirklich dran ist, bleibt abzuwarten. Schon jetzt kündigte Musk an, dass er nicht komplett aus dem Umfeld von Donald Trump verschwinden werde. Er wolle sich weiterhin an einem bis zwei Tagen pro Woche mit Regierungsaufgaben beschäftigen – jedenfalls so lange Trump das möchte. Ansonsten würden Verschwendung und Betrug – für den Musk bislang keine Beweise geliefert hat –, die unter seiner Mitwirkung eingedämmt worden seien, wieder zurückkommen, behauptete Musk.

Tesla-Zahlen zwingen Musk zu Reaktion

Musk wurde im vergangenen Jahr zu einem engen Verbündeten von Trump, dem er mehr als 250 Millionen Dollar für den Wahlkampf ums Weiße Haus spendete. Als Präsident beauftragte Trump ihn mit der Senkung der Regierungsausgaben. Die politischen Aktivitäten und rechten Positionen machten Musk jedoch unpopulärer – und das schlug auch auf Tesla durch.

Analyst Dan Ives von Wedbush Securities, der sich lange sehr optimistisch über die Zukunft von Tesla äußerte, schätzt, dass der Schaden für die Marke durch Musks Aktionen die Tesla-Nachfrage dauerhaft um 15 bis 20 Prozent drücken könnte. In einer Umfrage des US-Wirtschaftssenders CNBC äußerten sich rund 50 Prozent negativ über Musk – und mehr als 47 Prozent hatten auch eine negative Einstellung zu Tesla. Auch Musks falsche Versprechen bezüglich selbstfahrenden Autos stoßen bei Experten immer wieder auf Kopfschütteln.

Elon Musk: Hinter den Kulissen gibt es auch Kritiker im Trump-Umfeld

Hinter dem vermeintlichen Rückzug des Tech-Milliardärs könnte jedoch noch etwas anderes stecken: Musk ging nach Washington formell als „besonderer Regierungsangestellter“. Diesen Status kann man höchstens für 130 Tage haben, insofern müsste seine Zeit in der US-Hauptstadt eigentlich ohnehin Ende Mai ablaufen. Andererseits kann sich die Dauer verlängern, wenn man in Teilzeit aktiv ist.

Und Musks Position im Trump-Umfeld wirkte schon in den vergangenen Wochen geschwächt, insbesondere nachdem er sein Gewicht in den Wahlkampf um einen wichtigen Richterposten im Bundesstaat Wisconsin warf – und der von ihm unterstütze Kandidat der Republikaner verlor. 

lro/dpa