Überraschen würde es nicht: Gerüchte wabern, wonach der Putin-Vertraute Kirill Dmitrijew und der US-Sondergesandte Steve Witkoff den 28-Punkte-Plan für die Ukraine gemeinsam ausgearbeitet haben sollen. Beide haben einen guten Draht zueinander. Der Plan trägt die Handschrift des Kreml, denn er kommt den Maximalforderungen des russischen Präsidenten massiv entgegen. US-Außenminister Marco Rubio dementierte die Gerüchte.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Auch Putin beteuerte, der neue Trump-Plan sei nicht mit der russischen Seite besprochen worden. Sein Berater Kirill Dmitrijew war zuletzt immer wieder zu Gesprächen in den USA und traf sich dort mit Witkoff. Putin hatte Witkoff auch mehrfach als Gast in Moskau empfangen. Inhaltlich müsse über die Punkte in dem nun vorgelegten Plan noch konkret gesprochen werden, sagte der Kremlchef.
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Russland: Kreml-Verhandler Dmitrijew ist ein harter Brocken
Dmitrijew fungiert seit Monaten als gewiefter Verhandler für den Kreml. Und für sein US-amerikanisches Gegenüber ein harter Brocken. Denn in Sachen Wirtschaft ist der russische Chefunterhändler Kirill Dmitrijew vom Fach. Der 50-jährige Leiter des Russischen Fonds für Direktinvestitionen (RDIF) ist ein ausgewiesener Wirtschaftsfachmann, hat in den USA studiert und sein Studium an der Stanford University mit Auszeichnung abgeschlossen. Seine Karriere begann bei der Investmentbank Goldman Sachs in New York, später arbeitete er bei der Unternehmensberatung McKinsey in Los Angeles, Prag und Moskau. 2010 wurde Dmitrijew beim Weltwirtschaftsforum in Davos in die Liste der „Young Global Leaders“ aufgenommen. Den russischen Corona-Impfstoff Sputnik hat er international vermarktet. Mit anderen Worten: Mit Dmitrijew kann man Deals machen.
Um überhaupt in die USA reisen zu können, wurden die persönlichen Sanktionen gegen Dmitrijew zwischenzeitig ausgesetzt. Es geht um die Arktis, um die Wiederaufnahme direkter Flugverbindungen zwischen Russland und den USA. Sogar zum Mars möchte man gemeinsam fliegen. Russland würde gern mit Elon Musk, dem Chef von Space X, bei einer Mars-Mission zusammenarbeiten, so Dmitrijew in einem Interview mit „Newsmax“.
Artikel über die Ukraine – für Sie recherchiert
Kirill Dmitrijew will ausländische Firmen wieder nach Russland locken
Ein wichtigeres Thema aber ist die Zusammenarbeit bei der Förderung Seltener Erden und anderer Rohstoffe, auch in den besetzten Gebieten der Ukraine. Der Rohstoffdeal wird öffentlich nicht mehr groß diskutiert – man darf aber davon ausgehen, dass er für US-Präsident Donald Trump nicht vom Tisch ist. Trump plant den Abbau begehrter Mineralien in der Ukraine und sieht darin eine Art Rückzahlung der milliardenschweren US-Militärhilfe an die Ukraine.

Laut „Bloomberg“ war es Dmitrijew, der Putin davon überzeugte, dass die Verhandlungen mit US-Präsident Donald Trump auf der Grundlage von Geschäftsinteressen geführt werden sollten. Im Lauf seiner Karriere ist Kirill Dmitrijew selbst durch seine Geschäftstätigkeit reich geworden. Nach Recherchen von Nawalnys Antikorruptionsstiftung FBK besitzt er angeblich Immobilien im Milliarden-Wert. Darunter unter anderem Räumlichkeiten in Moskaus begehrten Wohngebieten, eine Villa an der französischen Riviera am Cap d‘Antibes und Wohnungen in Dubai. Eine Bestätigung dafür gibt es nicht.
Nun will Dmitrijew ausländische Firmen wieder nach Russland locken. Auch, aber nicht nur, aus den USA. In Moskau traf er sich mit Mitgliedern der ‚Amerikanischen Handelskammer‘, Vertreter von 150 Firmen waren gekommen. „Globale Unternehmen stehen Schlange, um nach Russland zurückzukehren, was auf eine Wiederherstellung des Vertrauens und neue Chancen auf einem der größten Märkte der Welt hindeutet“, kommentierte Dmitrijew laut dem Portal rbc.ru einen Zeitungsartikel der „Korean Times“. Dort wird betont, dass südkoreanische Unternehmen Russland angesichts des wachsenden Zolldrucks der USA als einen äußerst wichtigen Markt betrachten. Laut dem Zeitungsbericht habe das Werk des südkoreanischen Elektronik- und Haushaltsgeräteherstellers LG Electronics in Russland seinen Betrieb teilweise wieder aufgenommen.

USA-Russland-Deal: Wo bleiben die Interessen der Europäer, speziell die der Ukraine?
Westliche Unternehmen könnten durchaus nach Russland zurückkehren, sagt Russlands Ministerpräsident Michail Mischustin. Daran seien allerdings Bedingungen geknüpft. „Zunächst einmal betrachten wir Unternehmen, die ihren Rückzug aus Russland nicht angekündigt haben, ihre Geschäftstätigkeit über ihre Tochtergesellschaften fortführten und einen verantwortungsvollen Umgang mit ihren Belegschaften pflegten“, so Mischustin.

Doch wo bleiben da die Interessen der Europäer, speziell die der Ukraine? Zwischen den USA und Russland gebe es noch Differenzen, sagte Dmitrijew gegenüber CNN. Aber eine diplomatische Lösung zur Beendigung des Krieges in der Ukraine sei möglich. „Ich denke, dass wir jetzt mit der Trump-Regierung darüber nachdenken, was möglich ist, was wirklich funktionieren kann und wie wir eine langfristige Lösung finden können.“ Er selbst sei auf die Wirtschaft fixiert, halte aber Sicherheitsgarantieren nicht für ausgeschlossen. Ein NATO-Beitritt der Ukraine sei „überhaupt nicht möglich“, so Dmitrijew in einem Interview mit dem Fernsehsender Fox. Aber: „Wissen Sie, manche Sicherheitsgarantien in irgendeiner Form könnten akzeptabel sein.“









