Dieses interne Papier lässt aufhorchen. Die „Süddeutsche“ und der WDR berichten, dass die Ukraine mit der Waffenhilfe aus Deutschland bislang eher durchwachsene Erfahrungen gemacht habe. Bei dem Papier, aus dem die Medien zitieren, handelt es sich um ein Protokoll einer Rede.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Demnach habe Ende Januar der stellvertretende Militärattaché an der deutschen Botschaft in Kiew vor rund 200 Soldatinnen und Soldaten im sächsischen Delitzsch einen Vortrag gehalten. In der dortigen Feldwebel-Boldt-Kaserne habe der Diplomat in Uniform über die Erfahrungen der Ukraine mit den deutschen Waffen berichtet. Das Zeugnis, das er diesen ausstellt, ist nicht gut. Die Munition sei zu teuer, die Technik zu anfällig für Fehler. Das nächste Problem: Es sei nur schwer möglich, die Waffen an der Front zu reparieren.

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Ukraine-Krieg: Hochmodernes Kriegsgerät fehleranfällig

Das Kuriose: Vor allem das hochmoderne Kriegsgerät hält dem Urteil der gegen Russland kämpfenden Ukrainer nicht stand. Dazu gehören das Flugabwehrsystem Patriot, der Luft-Luft-Lenkflugkörper Iris-T, die Panzerhaubitze 2000 oder modernere Kampfpanzer vom Typ Leopard 2A6. Die Panzerhaubitze 2000 sei beispielsweise prinzipiell ein „hervorragendes Waffensystem“, zeige aber eine „so hohe technische Anfälligkeit, dass Kriegstauglichkeit stark infrage gestellt“ werde.

Schützenpanzer Marder
Sommer 2022: Modernisierte Marder-Schützenpanzer älteren Baujahrs stehen bei einer Führung durch das Rheinmetall-Werk in Unterlüß vor einer Halle.© DPA Images | Julian Stratenschulte

Es gebe aber auch einen Lichtblick: der Gepard. Der Flak-Panzer ist aus ukrainischer Sicht das „beliebteste, effizienteste und zuverlässigste Waffensystem“. Der Panzer, bei der Bundeswehr bereits seit 2010 außer Dienst, hole regelmäßig russische Drohnen vom Himmel. Und: Er sei widerstandsfähig und weniger fehleranfällig. Auch der Schützenpanzer vom Typ Marder solle bei den Ukrainern sehr beliebt sein.

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Dennoch habe der Militärattaché abschließend laut Protokoll ein ernüchterndes Fazit gezogen: „Kompliziertes Gerät bleibt ungenutzt (…) Einsatzwert von hochmodernem und kompliziertem Großgerät ist gering, wenn Truppe nicht vor Ort Instandsetzung durchführen kann.“

Ukraine-Krieg: Deutschland stellt neue Waffenlieferung in Aussicht

Die SZ und der WDR hatten das Verteidigungsministerium zu dem Papier angefragt. Ein Sprecher wollte sich dazu aber nicht äußern. Auch die Waffenhersteller sollen keine Stellungnahme abgegeben haben.

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Unabhängig von diesem Medienbericht möchte Deutschland der Ukraine mehr als 1100 Radarsysteme zur Bodenüberwachung sowie weitere Flugabwehrraketensysteme vom Typ Iris-T liefern. Dies sei Teil von mittel- und langfristigen Planungen, erklärte der geschäftsführende Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) bei einem Treffen am Freitag zur Koordinierung weiterer Militärhilfen für die Ukraine in Brüssel.

Kurzfristig werden zudem nach Angaben von Pistorius in diesem Jahr vier weitere Iris-T-Systeme plus 300 Lenkflugkörper und 100 Bodenüberwachungsradare geliefert. Hinzu kommen weitere 100.000 Schuss Artilleriemunition, 300 Aufklärungsdrohnen, 25 Marder-Schützenpanzer, 15 Kampfpanzer vom Typ Leopard 1A5 sowie 120 bodengebundene Luftverteidigungssysteme vom Typ Manpads und 14 Artilleriesysteme. Bereits in den vergangenen Tagen wurden zudem aus eigenen Beständen 30 weitere Patriot-Lenkflugkörper an die Ukraine geliefert.

dw/dpa