Die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Strafzölle auf Warenimporte in die USA schockieren die Welt. Doch nicht alle Länder sind gleichermaßen von den Zöllen betroffen. So belegt die Trump-Regierung auffällig viele kleine und arme Länder wie Lesotho oder Kambodscha mit Rekordzöllen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Jenseits von den zehn Prozent, die auf Importe aus allen Ländern in die Vereinigten Staaten gelten sollen, gibt es individuelle Strafabgaben - je nachdem, ob die jeweiligen Länder aus Sicht der USA besonders hohe Handelsbarrieren für amerikanische Produkte haben.
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Zoll-Länderliste: Lesotho und französische Inselgruppe treffen Rekord-Zölle
Trumps Strafzölle treffen eine Liste von insgesamt 185 Handelspartnern. Ein Überblick zeigt, wie Deutschland und die Europäische Union im Vergleich zu den wichtigsten Industrie- und Schwellenländer abschneidet. US-Handelspartner, die Abgaben von 30 Prozent oder mehr treffen, werden ebenfalls dargestellt:
Lesotho: 50 Prozent
Saint Pierre und Miquelon: 50 Prozent
Kambodscha: 49 Prozent
Laos: 48 Prozent
Madagaskar: 47 Prozent
Vietnam: 46 Prozent
Myanmar: 44 Prozent
Sri Lanka: 44 Prozent
Falklandinseln: 41 Prozent
Syrien: 41 Prozent
Mauritius: 40 Prozent
Irak: 39 Prozent
Guyana: 38 Prozent
Bangladesch: 37 Prozent
Botswana: 37 Prozent
Liechtenstein: 37 Prozent
Réunion: 37 Prozent
Serbien: 37 Prozent
Thailand: 36 Prozent
Bosnien und Herzegowina: 35 Prozent
China: 34 Prozent
Nordmazedonien: 33 Prozent
Angola: 32 Prozent
Fidschi: 32 Prozent
Indonesien: 32 Prozent
Taiwan: 32 Prozent
Libyen: 31 Prozent
Moldawien: 31 Prozent
Schweiz: 31 Prozent
Algerien: 30 Prozent
Nauru: 30 Prozent
Südafrika: 30 Prozent
Indien: 26 Prozent
Südkorea: 25 Prozent
Japan: 24 Prozent
Europäische Union: 20 Prozent
Argentinien: 10 Prozent
Australien: 10 Prozent
Brasilien: 10 Prozent
Saudi-Arabien: 10 Prozent
Türkei: 10 Prozent
Großbritannien und Nordirland: 10 Prozent
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Russland, Nordkorea, Belarus und Kuba fehlen erstaunlicherweise auf der Liste. Dafür wird die Ukraine mit 10 Prozent der Zölle belegt. Zur Erklärung führte Trumps Sprecherin Karoline Leavitt der US-Nachrichtenseite „Axios“ gegenüber an, dass Russland nicht berücksichtigt wurde, weil US-Sanktionen bereits „jeden bedeutenden Handel ausschließen“. Die gleiche Argumentation führt das Weiße Haus auch für die anderen Länder an.
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Der Handel zwischen Russland und den USA schrumpfte nach Daten des United States Census Bureaus im Vergleich zu der Zeit vor dem Angriffskrieg auf die Ukraine tatsächlich stark zusammen - von rund 36 Milliarden US-Dollar an Ein- und Ausfuhren von Waren im Jahr 2021 auf rund 3,5 Milliarden Dollar im Jahr 2024. Neben den bestehenden US-Sanktionen gegen Russland drohte Trump vor Kurzem auch damit, die Käufer russischen Öls mit Strafzöllen zu belegen.
Dabei liegt Russland in der Handelsbilanz der USA bei Warenimporten aber immer noch vor der Ukraine. Der US-Statistikbehörde nach kamen im Jahr 2024 Waren im Wert von rund 3 Milliarden Dollar aus Russland in die USA - im Vergleich zu einem Wert von etwa 1,2 Milliarden Dollar aus der Ukraine.
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Die großen Handelspartner der USA, Kanada und Mexiko, sind ebenfalls nicht auf der Liste zu finden. Leavitt bestätigte gegenüber „Axios“, dass dies daran liege, dass Trump bereits pauschale Zölle in Höhe von 25 Prozent auf beide Länder eingeführt hatte. Kurz nach ihrem Inkrafttreten gewährte er einen einmonatigen Aufschub für bestimmte Produkte.
Die Liste führt auch kleine, nicht unabhängige Gebiete wie Tokelau im Südpazifik oder Gibraltar auf.
os/dpa








