Es war ein Rundumschlag im Rosengarten des Weißen Hauses. US-Präsident Donald Trump (78) hat am Mittwoch (Ortszeit) neue Zölle von zehn bis 49 Prozent für Handelspartner weltweit angekündigt und damit die Furcht vor einem Handelskrieg genährt. Importe aus der Europäischen Union werden mit Aufschlägen von 20 Prozent belegt, solche aus China mit 34 Prozent, wie Trump in Washington sagte.
Wie fallen die Reaktionen aus Deutschland und dem Rest der Welt aus? Und wie reagiert die Börse in Tokio? Ein erster Überblick.
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Von der Leyen: Europa sei „bereit, zu reagieren“
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (66) hat die angekündigten Zölle scharf kritisiert und entsprechende Reaktionen angekündigt. Die neuen Zölle seien ein „schwerer Schlag für die Weltwirtschaft“, sagte von der Leyen am Donnerstag bei einem Besuch in der usbekischen Stadt Samarkand. Sie bedauerte die Entscheidung „zutiefst“ und fügte hinzu, es sei „noch nicht zu spät“ für Verhandlungen. Die Europäer seien aber „bereit, zu reagieren“.
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Die EU-Mitgliedsstaaten arbeiteten bereits an einem „neuen Paket“ von Gegenmaßnahmen. „Wir bereiten uns jetzt auf weitere Gegenmaßnahmen vor, um unsere Interessen und unsere Unternehmen zu schützen, falls die Verhandlungen scheitern“, sagte die Kommissionschefin.
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Trump-Zölle: China beklagt „typisch einseitige Art der Schikane“
China hat den USA ebenfalls mit Gegenmaßnahmen gedroht. Die Volksrepublik habe die Ankündigung wechselseitiger Zölle zur Kenntnis genommen und lehne diese entschieden ab, teilte das Handelsministerium in Peking mit. China werde entschlossen Gegenmaßnahmen ergreifen, um seine Rechte und Interessen zu schützen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Trumps gewaltiges Zollpaket ist faktisch eine Kampfansage an Handelspartner in aller Welt. Bereits vor der Ankündigung hatten die USA Waren aus China, der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, mit 20 Prozent Zöllen belegt, worauf Peking mit eigenen Maßnahmen reagierte. Nun treffen die Volksrepublik zusätzlich Aufschläge von 34 Prozent, was die Zollbelastung für viele Produkte aus Fernost in Summe auf mehr als 50 Prozent steigen lässt.
Die wechselseitigen Zölle, die auf „subjektiven und einseitigen Einschätzungen der USA“ beruhten, stünden nicht im Einklang mit den internationalen Handelsregeln, kritisierte das chinesische Handelsministerium. „Rechte und Interessen der betroffenen Parteien“ würden untergraben, es handele sich um eine „typisch einseitige Art der Schikane“. Die Behörde forderte die US-Regierung auf, ihre Zölle unverzüglich aufzuheben und Differenzen im Dialog zu lösen.
News aus den USA
Trump-Zölle: Brasilien ergreift Gegenmaßnahme
Der brasilianische Kongress hat dagegen nach der Ankündigung der Zölle ein Gesetz gebilligt, das der Regierung eine Reaktion auf mögliche Handelskonflikte erlaubt. Das sogenannte Gesetz über die wirtschaftliche Gegenseitigkeit wurde am Mittwoch einstimmig vom Repräsentantenhaus verabschiedet, nachdem am Dienstag bereits die zweite Kongresskammer, der Senat, grünes Licht gegeben hatte.
Das Gesetz besagt, dass die Regierung „Gegenmaßnahmen“ zu „Aktionen, Strategien oder einseitigen Praktiken eines Landes oder Wirtschaftsblocks ergreifen“ kann, die sich „negativ auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit brasilianischer Waren und Produkte auswirken“. Es sei „ein zusätzliches Instrument in den Händen der Regierung in den Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten“, sagte der Abgeordnete Lindbergh Farias.

Trumps Zollpaket: Tokios Börse gibt deutlich nach
Die Börse in Tokio hat nach der Verkündigung des gewaltigen Zollpaketes für Handelspartner der Vereinigten Staaten stark nachgegeben. In den ersten 15 Handelsminuten fiel der 225 Werte umfassende Nikkei-Index im Vergleich zum Schlusskurs des Vortages um rund vier Prozent. Im weiteren Handelsverlauf machte er etwas Boden gut und notierte um 11 Uhr Ortszeit (4 Uhr deutscher Zeit) ein Minus von noch 926,06 Punkten oder 2,59 Prozent beim Zwischenstand von 34.799,81 Zählern. In anderen Ländern wie Deutschland öffnet die Börse erst Stunden später, mit ähnlichen Effekten ist zu rechnen.
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Trump: Europa ziehe die USA „über den Tisch“
Trump sprach am Mittwoch hingegen von einem „Befreiungstag“ für die US-Wirtschaft. Er warf selbst engen Handelspartnern vor, die USA bisher mit ihrer Zollpolitik „geplündert und vergewaltigt“ zu haben. Über die Europäer sagte er erneut, sie zögen die USA „über den Tisch“.
Der Präsident behauptete, die neuen US-Aufschläge würden Arbeitsplätze in die Vereinigten Staaten zurückholen und die eigene Wirtschaft ankurbeln. Ökonomen warnen dagegen vor einer Rezession und steigenden Verbraucherpreisen. US-Finanzminister Scott Bessent rief andere Länder deshalb zum Verzicht auf Gegenzölle auf.
Als „Mindestsatz“ für die neuen US-Zölle nannte Trump zehn Prozent. Dies trifft nach einer Aufstellung des Weißen Hauses etwa Großbritannien, Brasilien, Australien und die Türkei. Der höchste Satz von 49 Prozent fällt für Kambodscha in Asien an, für Laos sind es 48 Prozent und für Vietnam 46 Prozent.
AFP/dpa/dw











