US-Präsident Donald Trump hat oft gesagt, dass er Unberechenbarkeit für eine seiner größten politischen Stärken hält. Das sehen die meisten zwar anders. So oder so muss man Trump eines zugutehalten: Aller Unvorhersehbarkeit zum Trotz sind seine handelspolitischen Überzeugungen immer konstant geblieben. Denn seit Jahrzehnten wettert Trump gegen die Handelsschranken der wichtigsten Partnerländer.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Er schimpft über Zölle, Wechselkurse, Subventionen und Industriestandards. Diese würden die Ausfuhren der Partnerländer beflügeln. Auch würden sie aber die US-Industrie zerstören, Jobs vernichten und die Abhängigkeit von ausländischem Kapital erhöhen. Das hatte er als junger Unternehmer schon in den achtziger Jahren gesagt. Das sieht er heute genauso. Folglich ist Trump in diesem Punkt eine gewisse Konsequenz nicht abzusprechen.
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Dennoch bleibt seine Interpretation der historischen Zölle, die der Präsident verkündet hat, fraglich. Er glaubt, dass der ökonomische Schmerz nur kurzfristig sein wird. Preiserhöhungen würden nicht von Dauer sein, denn die Re-Industrialisierung der Wirtschaft würde die heimische Produktion ankurbeln und auch langfristig die Inflation im Keime ersticken. An eine Rezession will er schon gar nicht denken. Trump betrachtet den Mittwoch als „Liberation Day“. Also als einen Tag der Befreiung. Befreiung von den Fesseln ausländischer Unternehmen und Regierungen, die seiner Ansicht nach die US-Wirtschaft seit Dekaden eiskalt ausnutzen. Ganz besonders irritieren ihn die EU und vor allem Deutschland. „Die Deutschen verkaufen uns Millionen von BMWs und Mercedes, aber auf den Straßen von München werdet Ihr niemals einen Ford-Truck sehen“, sagte er bekanntlich.

Wird Trump einen globalen Handelskrieg auslösen?
Nachvollziehbar ist das Ziel, das chronische Defizit im Außenhandel abzubauen. Fraglich sind aber die Methoden. Ob Trump einen globalen Handelskrieg losgetreten hat, das wird von den Reaktionen der anderen Länder abhängen. Sicher ist aber, dass es in den USA zu einem Inflationsschub kommen wird. Zudem ist eine Rezession nicht auszuschließen, falls ängstliche Verbraucher nun ihr Geld auf die hohe Kante legen und Unternehmen, ihre Investitionen drosseln.
Davon, dass Trump damit zwischen Washington und den wichtigsten Partnerländern eine tiefe Kluft aufreißt, ganz zu schweigen. Der Präsident ist seinen Überzeugungen treu geblieben. Wie so oft denkt er aber nicht an die Konsequenzen und ist auch nicht bereit, auf seine kompetentesten Berater zu hören. Das könnte nun gravierende Folgen haben, und zwar sowohl für die USA als auch für Europa und die Weltwirtschaft.








