In den USA werden inzwischen mehrere Kinder mit einer Vitamin A Überdosis im Krankenhaus behandelt, berichtete zunächst „Texas Public Radio“. Demnach meldete eine Klinik in West Texas, dass etwa zehn Kinder ursprünglich aufgrund einer Masernerkrankung eingeliefert wurden. Dann aber wurden bei den Patienten eine ungewöhnlich hohe Leberfunktion und besorgniserregende Level von Vitamin A festgestellt.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Der derzeitige US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. hatte zuvor den Einsatz von Lebertran und Vitamin A als Alternative zur Masern-Impfung empfohlen. Mediziner warnen davor, dass Eltern diesen Rat umsetzen – es könnte fatale Folgen für ihre Kinder haben.

In den USA breitet sich der Masernausbruch unterdessen weiter aus. Besonders betroffen sind die Bundesstaaten Texas und New Mexico, wo inzwischen rund 300 Infektionen gemeldet wurden. Experten schlagen Alarm, da fast alle Erkrankten nicht geimpft waren. In Texas starb bereits ein Kind an den Folgen der Krankheit.

US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy mit fragwürdigem Masern-Tipp

Kennedy gilt als Impfgegner. Er hatte in der Vergangenheit immer wieder Zweifel an Impfungen gestreut. Inzwischen räumt er zwar die Bedeutung von Schutzimpfungen ein, betont aber zugleich, dass die Entscheidung dafür oder dagegen eine persönliche sei. Zudem machte er in Interviews irreführende Aussagen über angebliche Nebenwirkungen und empfahl stattdessen Vitamin A und Lebertran als Alternativen zur Impfung.

Wissenschaftler und Gesundheitsexperten weisen Kennedys Aussagen entschieden zurück. Kirsten Hokeness, Biologieprofessorin an der Bryant University, betonte gegenüber dem Nachrichtensender ABC, dass es keine wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit von Vitamin A gegen Masern gebe. Immunologie-Professor Scott Weaver von der Universität Texas hob hervor, dass Masernausbrüche lange Zeit selten waren, weil die Impfquoten hoch genug waren. Doch seitdem die Zahl der Impfungen rückläufig ist, kommt es wieder vermehrt zu Infektionen.

USA: Impfquoten erreichen nicht mehr Vor-Corona-Niveau

In Gaines County, Texas, wo der aktuelle Ausbruch seinen Ursprung hatte, liegt die Impfquote laut dem Sender PBS bei nur 82 Prozent. Laut der US-Gesundheitsbehörde CDC steigt das Risiko für Masern-Ausbrüche bereits, wenn die Impfquote unter 95 Prozent sinkt. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt, dass Masern weltweit wieder auf dem Vormarsch sind, da Impfquoten nicht mehr das Vor-Corona-Niveau erreichen.

Nicht nur die USA sind betroffen: Auch Mexiko hat mittlerweile mehr als 20 Masernfälle bestätigt. Experten gehen davon aus, dass die Infektionen von den USA aus eingeschleppt wurden.

Hoch ansteckende Krankheit: Impfpflicht in Deutschland seit 2020

Masern sind eine hoch ansteckende Infektionskrankheit, die durch Tröpfcheninfektion übertragen wird. Zu den Symptomen zählen hohes Fieber, Husten und ein charakteristischer Hautausschlag. In schweren Fällen kann die Krankheit zu Hirnentzündungen oder sogar zum Tod führen.

In Deutschland besteht seit 2020 eine Masern-Impfpflicht für Kinder in Kitas und Schulen. Dennoch gibt es auch hier weiterhin Impflücken. Bis September 2024 wurden bereits 553 Masernfälle gemeldet. Experten warnen, dass eine hohe Impfquote entscheidend ist, um die Krankheit langfristig einzudämmen.

lou/dpa/afp