„Beendet den Krieg!“, „Wir wollen essen“, aber auch: „Hamas raus!“: In Gaza mehren sich Proteste gegen den Krieg und gegen die herrschende Hamas. Das ist ein gutes Zeichen. Zwar äußern viele Bewohner Gazas schon seit längerem Kritik an der Hamas-Führung, sie taten dies aber hinter vorgehaltener Hand: Zu groß war die Gefahr, als Regimefeind in der Folterkammer zu landen.

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Dass es nun offene Proteste gibt, könnte ein Indiz sein, dass die Hamas als weniger mächtig wahrgenommen wird. Man traut ihr nicht mehr zu, die Demonstranten zu verfolgen.

Die Welt sollte diesen Aufschrei unterstützen und alles tun, um in Gaza ein alternatives Regime aufzubauen. Doch Israels Armee blockiert genau das. Die Regierung unter Benjamin Netanjahu setzt lieber auf massenhaften Transfer der Menschen aus Gaza – bis hin zu einer dauerhaften israelischen Besatzung.

Maria Sterkl
Maria Sterkl ist freie Israel-Korrespondentin für die Zeitungen der FUNKE Mediengruppe. © privat | Privat

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Für den gerade aufkeimenden Protest in Gaza ist das schädlich: Je größer die Gefahr, während der Demonstration unter Beschuss zu geraten, desto eher bleiben die Menschen zu Hause. Und je lauter Israels Regierung hinausposaunt, dass man die Menschen aus Gaza vertreiben wird, umso leichter hat es die Hamas, ihre Position in Gaza wieder zu stärken. Denn das stärkste Argument, die Hamas zu unterstützen, ist ja, dass sie die einzige politische Kraft ist, die sich Israels Aggression militärisch entgegenstellt. Eine starke Hamas in Gaza ist aber auch für Israels Sicherheit fatal. Dass Netanjahus Regierung dies ignoriert, zeigt einmal mehr, dass es weniger um das Wohl der Israelis geht – sondern vor allem um das eigene Überleben.