• Nach dem Ende ihrer Amtszeit wird von jedem Bundeskanzler ein Porträt angefertigt
  • Doch in der Ahnengalerie im Kanzleramt fehlt Angela Merkel bisher
  • Lesen Sie hier, was dahinter steckt

„Irgendwann werden Sie neben mir hängen.“ Mit dieser Spitze an seine Nachfolgerin Angela Merkel (CDU) verwies Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) im Juli 2007 auf den freien Platz neben seinem Porträt im ersten Stock des Bundeskanzleramtes. Anlass war damals die Übergabezeremonie seines von Jörg Immendorff in Gold gemalten Porträts. Doch auch mehr als 17 Jahre später bleibt die Fläche in der Kanzlergalerie leer – eine rekordverdächtig lange Zeit.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Noch nie hat es so lange gedauert, bis ein neues Kanzlerporträt in die von Helmut Schmidt (SPD) angeregte „Ahnengalerie“ gehängt wurde. Ganze 17 Jahre und acht Monate liegt die letzte Übergabe nun zurück. Damit hat Merkel, wenn auch ungewollt, den bisherigen Rekord gebrochen. Die bisher längste Zeitspanne zwischen der Übergabe eines Kanzlerporträts betrug 17 Jahre und ging auf die Zeit zwischen Helmut Schmidt (Einweihung am 11. November 1986) und Helmut Kohl (Einweihung am 28. November 2003) zurück.

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Porträt von Merkel: Zeitplan bleibt ungewiss

Dass die Zeitspanne immer größer wird, wird auch vorerst so bleiben, zumindest laut einer Sprecherin des Büros der ausgeschiedenen Bundeskanzlerin: Zwar sei die Anfertigung eines Porträts für die Kanzlergalerie geplant. Doch wann das geschehen soll, „steht noch nicht fest.“

Merkel ist sich der langen Zeitspanne durchaus bewusst, wie sie in einem Interview bereits 2021 verriet: „Das Bild wird es geben. Aber ich habe noch keine Entscheidung getroffen. Ich habe gelernt, dass es Kanzler gab, die das erst nach mehreren Jahren gemacht haben.“

Bundeskanzler Scholz hat bereits eine Idee für sein Porträt

Auch stehe laut Merkels Referentin noch nicht fest, welcher Künstler oder welche Künstlerin den Auftrag erhalten soll. Gerade hier könnte die Bundeskanzlerin a.D. mit einer Künstlerin für ein Novum sorgen. Denn an den Werken der Dauerausstellung waren bisher ausschließlich männliche Künstler beteiligt: Von Hans Jürgen Kallmann (Porträt von Konrad Adenauer) über Günter Rittner (Porträts von Ludwig Erhard und Kurt Georg Kiesinger) bis hin zu Oswald Petersen (Porträt von Willy Brandt), Bernhard Heisig (Porträt von Helmut Schmidt) und Albrecht Gehse (Porträt von Helmut Kohl) fertigten nur Männer die Werke an.

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Ihr Nachfolger Olaf Scholz (SPD) scheint sich konkretere Gedanken gemacht zu haben: „Darüber habe ich mir schon Gedanken gemacht und habe auch schon eine erste Idee. Die plaudere ich aber nicht jetzt aus“, sagte der Bundeskanzler in einer Diskussion mit Schülerinnen bei der Auftaktveranstaltung zum bundesweiten Girls’ Day im Kanzleramt im April vergangenen Jahres. Ob Scholz‘ Porträt noch vor Merkels an der Ahnenwand hängen wird, bleibt also vorerst offen.